Fünf Stunden. So lange weinte er.
Ein neugeborenes Elefantenkalb, gleich zweimal von seiner eigenen Mutter verstoßen. Die Wunde lag nicht auf seiner Haut – sie saß tief in seinem Herzen.
Zuerst dachte der Tierarzt an ein Missverständnis. Vielleicht hatte das Kleine die Mutter angestoßen und sie dadurch erschreckt. Sofort untersuchte er den Körper, doch es gab keine Verletzungen. Äußerlich war der Kleine gesund – innerlich jedoch zerbrochen.
In der Hoffnung auf Versöhnung führte der Tierarzt das Kalb vorsichtig zurück zur Mutter. Doch statt Nähe und Trost stieß sie es erneut weg. Diesmal war es, als sei in dem kleinen Elefanten etwas zerbrochen. Er begann zu weinen – klagend, herzzerreißend, fünf Stunden ohne Unterlass. Niemand konnte ihm erklären, warum. Niemand konnte seinen Schmerz lindern.
Also tat der Tierarzt das Einzige, was blieb: Er wickelte den Kleinen in eine warme Decke, nahm ihn in die Arme und wich nicht von seiner Seite. Schließlich siegte die Erschöpfung, und das Kalb schlief ein – doch selbst im Schlaf wimmerte es leise, so wie ein Kind, dessen Tränen noch nicht ganz versiegt sind.
Eine Hülle aus Wärme konnte den Kummer nicht verbergen.
Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte…
So beginnt der bewegende Rückblick von Erma Bombeck, geschrieben, als sie wusste, dass sie an Krebs sterben würde. Ihre Worte – ehrlich, verletzlich und voller Erkenntnis – berühren bis heute Millionen Menschen.
Wenn ich noch einmal von vorn anfangen dürfte,
würde ich krank im Bett bleiben, anstatt so zu tun, als würde sich die Welt ohne mich nicht weiterdrehen.
Ich würde die rosafarbene Kerze in Rosenform anzünden, bevor sie im Schrank verstaubt.
Ich würde mehr zuhören – und weniger reden.
Ich würde Freunde einladen, auch wenn der Teppich Flecken hat oder das Sofa verblasst ist.
Ich würde im „guten“ Wohnzimmer Popcorn essen und mir keine Sorgen um Krümel machen, wenn jemand das Feuer im Kamin entfachen möchte.
Ich würde mir mehr Zeit nehmen, meinen Großvater über sein Leben sprechen zu lassen – und wirklich zuhören.
Ich würde meinem Mann öfter Aufgaben abnehmen.
Ich würde die Autofenster im Sommer offen lassen – auch wenn meine Frisur ruiniert wird.
Ich würde mich ins Gras setzen, auch wenn es Flecken gibt.
Ich würde seltener über das Fernsehprogramm lachen oder weinen – und dafür öfter über das echte Leben.
Ich würde nichts mehr nur deshalb kaufen, weil es praktisch ist oder eine lebenslange Garantie hat.
Ich würde die Schwangerschaft nicht einfach "hinter mich bringen" wollen, sondern jeden Tag dieses kleinen Wunders bewusst erleben – als stiller Helfer bei einem göttlichen Werk.
Wenn meine Kinder mich heute spontan küssen würden,
würde ich nie mehr sagen: „Später. Wasch dir erst die Hände.“
Ich würde öfter sagen „Ich hab dich lieb“ – und seltener „Tut mir leid“.
Wenn ich eine zweite Chance hätte, würde ich jeden Moment bewusst wahrnehmen.
Ich würde innehalten, hinschauen, spüren – statt immer nur weiterzumachen.
Also:
Hören wir auf, uns über Kleinigkeiten aufzuregen.
Hören wir auf, uns zu vergleichen oder zu fragen, wer uns nicht mag.
Fangen wir an, das zu schätzen, was wir haben – und die Menschen, die uns lieben.
Lasst uns dankbar sein für das, womit das Leben uns gesegnet hat.
Und jeden Tag ein kleines Stück besser werden – im Herzen, im Geist und in der Seele.