Mit 18 Jahren lebte Elizabeth Cochrane in Pittsburgh, als sie einen Zeitungsartikel mit dem Titel „Wofür sind Frauen gut?“ las. Die Botschaft war klar: Frauen sollten Kinder bekommen und den Haushalt führen – sonst nichts. Empört schrieb sie eine anonyme Erwiderung, die den Chefredakteur der Zeitung so beeindruckte, dass er ihr einen Job anbot. Nach der damaligen Sitte erhielt sie ein Pseudonym, inspiriert von einem Lied des Komponisten Stephen Foster: Nellie Bly.
Doch Bly wollte mehr als die üblichen Frauenthemen wie Mode und Gesellschaft behandeln. Ihre ersten investigativen Recherchen drehten sich um die harten Arbeitsbedingungen in Fabriken. Mit gerade einmal 21 Jahren reiste sie nach Mexiko, um über die Lebensrealität der arbeitenden Bevölkerung zu berichten. Ihre kritischen Artikel brachten sie in Konflikt mit den Behörden, sodass sie das Land fluchtartig verlassen musste.
Mit 23 Jahren wurde sie vom New York World, der Zeitung von Joseph Pulitzer, eingestellt. Dort übernahm sie die Recherche, die sie weltberühmt machte: Sie ließ sich als Patientin in die New Yorker Irrenanstalt für Frauen einweisen. Ihr erschütternder Bericht über die menschenunwürdigen Zustände führte zu einer Reform der Psychiatrie.
1889 wagte sie ein weiteres spektakuläres Abenteuer: Inspiriert von „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne, reiste sie allein um die Erde. Nach 72 Tagen kehrte sie triumphierend zurück – schneller als der Romanheld Phileas Fogg – und wurde über Nacht eine internationale Berühmtheit.
Mit 31 Jahren heiratete sie den Industriellen Robert Seaman und zog sich aus dem Journalismus zurück, um sein Unternehmen zu leiten. Sie ließ sogar mehrere Patente anmelden. Doch während des Ersten Weltkriegs kehrte sie zu ihrer wahren Leidenschaft zurück: der Berichterstattung. Sie wurde eine der ersten Frauen, die direkt aus einem Kriegsgebiet berichteten.
Am 27. Januar 1922 starb Nellie Bly im Alter von 57 Jahren, doch ihr Vermächtnis lebt weiter – als eine der bahnbrechendsten Journalistinnen ihrer Zeit.
Dinge, die ich meinem Kind sagen werde, wenn es älter ist:
- Wenn (d)eine Beziehung schwierig wird, komm nach Hause.
- Wenn du dich in deiner eigenen Haut nicht mehr wohlfühlst, komm nach Hause.
- Wenn du dich verloren oder einsam fühlst, komm nach Hause.
- Wenn du Fehler machst (und du wirst sie machen), komm nach Hause.
- Egal, wo du im Leben stehst, egal, wie du dich gerade fühlst, oder wie weit wir voneinander entfernt sind, du kannst immer zu mir kommen.
- Mein Zuhause ist immer auch deins, und du bist immer willkommen.