Vier Männer sprachen über die Klugheit ihrer Hunde. Der Erste war Ingenieur und sagte, sein Hund könnte gut zeichnen. Er sagte ihm, er solle ein Blatt Papier holen und einen Kreis, ein Rechteck und ein Dreieck zeichnen, was der Hund auch leicht schaffte.
Der Buchhalter sagte, er glaube sein Hund sei besser. Er befahl ihm, ein Dutzend Kekse zu holen und sie in Dreierhäufchen aufzuteilen. Das schaffte der Hund locker.
Der Chemiker fand das gut, aber meinte, sein Hund sei cleverer. Er sagte ihm, er solle einen Liter Milch holen und davon 275 mal in ein Halblitergefäß gießen.
Der Hund schaffte das leicht. Alle Männer stimmten nach einiger Diskussion darin überein, daß ihre Hunde gleich klug wären. Dann wandten sie sich an den Beamten und fragten, was sein Hund könnte.
Der Beamte rief seinen Hund und sagte ihm: "Zeig mal, was du kannst!"
Da fraß der Hund die Kekse, soff die Milch aus, schiss auf das Papier, bumste die anderen drei Hunde, behauptete, sich dabei eine Rückenverletzung zugezo-
gen zu haben, reichte eine Beschwerde wegen gefährlicher Arbeitsbedingungen ein, verlangte Verdienstausfall, ließ sich krank schreiben und lief nach Hause...
Gerade eben vor dem Supermarkt.
Ein junger Mann nestelt an seinem Fahrrad herum, ich stelle mich daneben.
Ich: »Oh Mann, das sieht ja kompliziert aus.«
Er: »Geht so.«
Ich: »Als Fahrradfahrer sollte man immer das richtige Werkzeug dabei haben.«
Er: »Niemand mag Klugscheißer.«
Ich: »Das sagen alle dummen Menschen.«
Er: »Selber dumm.«
Ich: »Ganz sicher. Ich hätte zum Beispiel auch keine Ahnung, wie man so ein Fahrrad repariert.«
Er: »Ich repariere nichts.«
Ich: »Was machen Sie dann?«
Er: »Wonach sieht's denn aus?«
Ich: »Nach Reparieren, das hat das Fahrrad sicher nötig.«
Er: »Ich repariere nichts, das Schloss klemmt.«
Ich: »Ah, okay. Und die Kette ist ja ziemlich fett, die kriegt man wohl nicht so einfach durch.«
Er: »Nee.«
Ich: »Und das Schloss lässt sich nicht öffnen?«
Er: »Nein, sonst wäre ich ja schon längst weg!«
Ich: »Wie gesagt: Man braucht gutes Werkzeug, das hat mein Opa schon gesagt.«
Er flucht, ich hole eine Tüte Gummibären aus meinen Rucksack.
Ich: »Ein bisschen Stärkung?«
Er: »Nein, Danke.«
Ich: »Dann nicht. Brauchen Sie denn Hilfe bei dem Schloss?«
Er: »Nein, ich kriege das schon hin!«
Ich: »Gutes Werkzeug. Habe ich wohl schon mal gesagt. Mit so einer Fummelei wird das auf Dauer nichts.«
Er: »Hauen Sie einfach ab!«
Ich: »Kein Grund, so unfreundlich zu sein! Ich wollte nur helfen.«
Er: »Kann ich drauf verzichten!«
Ich: »Ja, merke ich auch. Trotzdem würde ich mir gern mal das Schloss ansehen.«
Er: »Warum!?«
Ich: »Weil ich den Schlüssel dafür habe und wissen will, ob er noch passt.«
So schnell, wie der junge Mann laufen konnte, brauchte der gar kein Fahrrad. Und schon gar nicht meines. Einige Dinge kann man mit Freundlichkeit auch viel besser erledigen. Und mein Schloss und meine Kette haben den ersten Belastungstest bestanden.