Streit der Organe
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Ein Körper hatte Langeweile, da stritten sich die Körperteile, wer wohl der Boss von ihnen sei?
,,Ich bin der Boss." Sprach das Gehirn. ,,Ich sitz ganz hoch hinter der Stirn. Ich muss viel denken, muss euch leiten. Ich bin der Boss wer will's bestreiten?"
Die Beine sagten halb im Spaße: ,,Gib nicht so an du weiche Masse. Durch uns der Mensch sich fortbewegt. Ein Mädchenbein den Mann erregt. Durch uns wirkt der Mensch erst groß.
Wir sind Boss, ist doch was los."
Die Augen funkelten und sprühten. „Wer wird euch vor Gefahr behüten? Wenn wir nicht alle wachsam wären? Uns sollte man zum Boss erklären.“
Das Herz, die Nieren und die Lunge, die Ohren, Nase und die Zunge, ein Jeder legte schlüssig dar: ,,Ich bin der Boss das ist doch klar."
Und auch der Penis reckt sich groß
und sagt ganz keck:,,Ich bin der
Boss."
Die Menschheit kann mich nicht
vermissen,
denn ich bin nicht nur da zum
Pissen."
Bevor man die Debatte schloss, da furzt der Arsch: „Ich bin der Boss."
Hei wie die Konkurrenten lachten und bitterböse Späße machten. Das Arschloch war drauf's recht
verdrossen
und hat sich also gleich
verschlossen.
Und dachte konsequent bei sich: ,,Die Zeit arbeitet für mich. Wenn ich mich weigere zu scheißen, werde ich die Macht wohl an mich reißen.“
Schlaff wurden Penis, Arme, Beine. Die Galle produzierte Steine. Das Herz das stockte schon bedenklich.
Auch das Gehirn fühlte sich kränklich.
Das Arschloch war nicht zu
erweichen. Lies nur ab und zu ein Fürzchen streichen. Und schließlich sahen alle ein, der Boss kann nur das Arschloch sein.
Und die Moral von der Geschicht: Mit Fleiß und Arbeit schaffst du's nicht. Um Boss zu werden genügt allein, ein Arschloch von Format zu sein.
Dies ist meiner Meinung nach die wertvollste Szene aus "Kevin", die trotz der vielen Jahre immer noch aktuell ist. Wir bleiben in Meinungsverschiedenheiten, Konflikten, wir vergeben nicht, wir bestehen auf Kleinigkeiten, nur um unseren Standpunkt zu vertreten. Wie viele Beziehungen sind für immer zerbrochen, nur weil wir es nicht gewagt haben, uns zu entschuldigen oder zu vergeben? Und wie oft vermissen wir jemanden, von dem wir uns aufgrund eines Streits über etwas, das gar nicht mehr wichtig ist, getrennt haben?