Urlaub 1983, Nordsee. -
Vorne links: Tante Elfriede (hat den
Kartoffelsalat gemacht, der verdorben war, wir lagen alle flach)
Vorne rechts: Onkel Herbert (hat gesagt der Salat schmeckt "komisch", keiner hat gehört, alle krank)
Hinten Mitte: Papa (der mit dem Hut, den Mama gehasst hat, sie hat ihn später "verloren", er war nicht verloren, er war im Müll)
Das Kind auf dem Schoß: Entweder ich oder Sabine. Wir wissen es nicht mehr. Wir sehen gleich aus mit 4.
Der Hund: Bello. War nicht unser Hund. Ist einfach aufgetaucht. Ist 2 Wochen geblieben. Ist wieder verschwunden. Keiner weiß wohin.
Das Auto hinten: Unser Ford, der dann auf der Rückfahrt liegengeblieben ist. 3 Stunden auf dem Standstreifen. Papa sagt bis heute "Deutsche Autos sind besser." Er hatte einen FORD.
Mama fehlt auf dem Foto. Mama war immer hinter der Kamera. Es gibt fast keine Fotos von Mama. Das ist traurig. Sie war schöner als wir alle.
Heute sollte es eigentlich ganz entspannt sein: kurz zum Tierarzt, ein paar Routine-Checks, fertig. Also habe ich die Jungs eingeladen – Cooper (mein Golden Retriever mit einem Herz aus Gold) und Tank (mein Bulldog, der genau zwei Gefühlslagen kennt: Hunger und dramatisches Misstrauen).
Wir sind keine fünf Minuten unterwegs, da höre ich hinten plötzlich dieses hektische Geraschel. Ich schaue in den Rückspiegel – und sehe diese Szene:
Cooper sitzt da wie ein höflicher Gentleman, geschniegelt und geschniegelt in Gedanken, als würde er gleich einen Preis entgegennehmen.
Und Tank? Tank steht da wie ein kleiner Kobold, der gerade begriffen hat, dass wir vielleicht irgendwohin fahren, wo es keine Snacks gibt.
Ich schwöre, Tank hat mich angeschaut, als hätte ich ihn persönlich verraten. Als hätte er in diesem Moment den Code geknackt: Das ist nicht der Weg zum Park – das ist der Weg zu dem Ort mit Thermometern und Nadeln.
Und Cooper? Der grinst einfach glücklich, als wäre er im Urlaub und freut sich schon darauf, neue Freunde kennenzulernen. Typische Golden-Retriever-Energie.
Ich bin kurz rechts ran, nur um dieses Foto zu machen – weil ehrlich: Wann wird man schon mit so einer reinen "WARUM TUST DU MIR DAS AN?!"-Ausstrahlung angestarrt?
Die Moral von der Geschichte?
Trau niemals einem Hund, der merkt, dass du die Abzweigung zum Drive-thru verpasst hast.