Vor vielen Jahren fragte die Anthropologin Margaret Mead ihre Studenten, was sie als erstes Zeichen der Zivilisation betrachten würden. Die Studenten erwarteten, dass Mead über Angelhaken, Tontöpfe oder bearbeitete Steine sprechen würde.
Doch nein, Mead sagte, das erste Anzeichen von Zivilisation in einer alten Kultur sei ein zusammengewachsenes Schienbein, das zuvor gebrochen war. Mead erklärte, dass ein Lebewesen im Tierreich, wenn es sich ein Bein bricht, stirbt. Mit einem gebrochenen Bein kann es nicht vor Gefahren fliehen, nicht zum Fluss gelangen, um Wasser zu trinken, und nicht nach Nahrung suchen. Es wird zur Beute für Raubtiere, da Knochen viel Zeit brauchen, um zu heilen.
Ein gebrochenes und dann geheiltes Schienbein zeigt, dass jemand sich die Zeit genommen hat, bei der verletzten Person zu bleiben, ihre Wunden zu versorgen, sie in Sicherheit zu bringen und für sie zu sorgen, bis sie sich erholt hat.
Das Helfen eines anderen Menschen in schwierigen Zeiten ist laut Margaret Mead der Akt, der den Beginn der Zivilisation markiert.
Ein alleinerziehender Vater, Luca Trapanese, adoptierte ein Mädchen mit Down-Syndrom, nachdem sie von 20 Familien abgelehnt worden war. Die kleine Alba wurde zuerst von ihrer leiblichen Mutter und dann von ihrem biologischen Vater abgelehnt. Danach fanden sich keine Pflegefamilien, die bereit waren, sie aufzunehmen. Ihr Leben änderte sich jedoch grundlegend, als Luca beschloss, ihr ein Zuhause zu geben.
Luca war bereits seit seiner Jugend in vielen sozialen Projekten in Italien engagiert. Als ihm mitgeteilt wurde, dass niemand Alba adoptieren wollte, entschied er sich dazu. Luca, der seit seinem 14. Lebensjahr ehrenamtlich mit Menschen mit Behinderungen arbeitet, fühlte sich in der Lage, die Herausforderungen der Adoption eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen anzunehmen.
„Seit meinem 14. Lebensjahr habe ich mit Menschen mit Behinderungen gearbeitet und ich wusste, dass ich das Wissen und die Erfahrung habe, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Ich bin überglücklich. Was sie mir bedeutet, kann man nicht in Worte fassen,“ erklärte Luca.