Matthew DeMeritt wurde ohne Beine geboren – und doch half er 1981 dabei, eine der berühmtesten Filmfiguren aller Zeiten zum Leben zu erwecken: E.T. Während die meisten Bewegungen des kleinen Außerirdischen von Puppen oder Stuntdarstellern übernommen wurden, war es Matthew, der dem Charakter in den Ganzkörperszenen seine unverwechselbare, leicht unbeholfene Gangart verlieh – laufend auf seinen Händen. Er bekam die Rolle eher zufällig: Bei einer Physiotherapie in Kalifornien suchte Spielbergs Team nach jemandem mit genau seinen Fähigkeiten. Sie filmten ihn, wie er sich auf den Händen fortbewegte – und entschieden spontan: Er ist perfekt für E.T. Am Set trug Matthew einen etwa 1,20 Meter hohen Gummianzug. Er sah durch kleine Öffnungen in der Brust, während der E.T.-Kopf über seinem eigenen befestigt war. In besonders schwierigen Szenen, wie der ikonischen Bier-Szene, fiel er mehrfach zu Boden – stets unter Spielbergs wachsamen Augen. "Spielberg kam zu mir und fragte: Alles in Ordnung? Glaubst du, du könntest einfach geradeaus in den Schrank laufen – und voll aufs Gesicht fallen?‘", erinnerte sich Matthew lachend. Heute gilt er als wahrscheinlich letzter lebender Darsteller, der den originalen E.T.-Anzug getragen hat. Lange Zeit blieb sein Beitrag unbeachtet – bis Jubiläumsaufführungen und Fan-Retrospektiven ihn wieder ins Licht rückten. Seine Geschichte ist mehr als nur eine Film-Anekdote – sie ist ein Beweis dafür, dass Kreativität, Mut und Zufall manchmal zusammenkommen, um Magie zu erschaffen, die Generationen bewegt.

Togo – der vergessene Held von Nome. Im eisigen Winter des Jahres 1925 stand die Stadt Nome in Alaska vor einer Katastrophe: Eine Diphtherie-Epidemie bedrohte das Leben von über 10.000 Menschen, vor allem der Kinder. Das lebensrettende Serum befand sich fast 1.000 Meilen entfernt in Anchorage. Flugzeuge konnten bei der bitteren Kälte nicht starten, und die Eisenbahn endete Hunderte Meilen vor Nome. Die letzte Hoffnung: Schlittenhunde und ihre Musher. Unter ihnen war ein unscheinbarer, nur 48 Pfund leichter Husky – Togo. Er war zwölf Jahre alt, galt als zu schwach für die harte Arbeit, und doch übernahm er die gefährlichste und längste Etappe der ganzen Mission. Gemeinsam mit seinem Musher Leonhard Seppala legte er unglaubliche 264 Meilen zurück – durch Schneestürme, über zerbrechendes Meereis und in völliger Dunkelheit der arktischen Nacht. Während andere Teams im Schnitt nur rund 30 Meilen fuhren, wagten Togo und Seppala den riskanten Weg über den gefrorenen Norton Sound. Dass Togo überhaupt dort war, war ein Wunder. Als Welpe krank und schwach, wurde er einst verschenkt – doch er sprang durch ein geschlossenes Fenster, um zu seinem Musher zurückzukehren. Beim nächsten Mal brach er erneut aus, folgte Seppalas Schlitten über 75 Meilen und bewies: Er gehörte ins Team. Dank Togos Mut erreichte das Serum nach fünfeinhalb Tagen Nome – und rettete unzählige Leben. Zwar ging Balto, der den letzten Abschnitt lief, in die Geschichtsbücher ein, doch der wahre Held war Togo. Erst Jahrzehnte später erhielt er die Anerkennung, die er verdiente: 2011 ernannte das Time Magazine ihn zum heldenhaftesten Tier der Geschichte. 2019 widmete Disney ihm den Film „Togo“, und 2022 wurde ihm in Maine, wo er seine letzten Jahre verbrachte, ein Denkmal gesetzt. Sein Musher Leonhard Seppala fasste es so zusammen: „Ich dachte an das Eis, an die Dunkelheit und den schrecklichen Wind – und daran, dass Menschen Flugzeuge und Schiffe bauen können. Aber als Nome Leben brauchte, verpackt in kleinen Serumflaschen, waren es die Hunde, die es durchbrachten.“

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