Perspektive 1: (weiblich) Unterhalten sich zwei Arbeitskolleginnen. Sagt die eine: "Gestern Nacht hat er mal wieder mit mir geschlafen." "Meiner auch!" antwortet die andere. "Und wie war's?" "Es war furchtbar. Er kam nach Hause, hat sein Abendessen runtergeschlungen, ist auf mich drauf, war nach 5 Minuten fertig, hat sich umgedreht und geschlafen. Wie war's bei dir?" "Ach, es war so unglaublich! Als ich heim kam gingen wir sofort zum Essen bei einem romantischen Italiener. Dann sind wir bestimmt eine Stunde durch die Stadt gebummelt. Als wir wieder in der Wohnung waren hat er überall Kerzen angezündet und das Vorspiel hat sich mindestens eine Stunde hingezogen. Dann hat er mich bestimmt eine Stunde lang ganz zärtlich genommen und danach haben wir noch eine Stunde gequatscht. Es war märchenhaft !" Perspektive 2: (männlich) In einem anderen Büro, ein paar Straßen weiter, unterhalten sich die beiden Männer. "Und? Hast gestern?" "Aber wie! Kam heim, Abendessen stand schon auf'm Tisch. Weggeputzt wie nix, dann die Alte gevögelt und gemeinsam eingepennt. Besser geht's nicht. Und bei Dir?" "Katastrophe! Ich hab vergessen die Strom- -rechnung zu bezahlen, also sind wir zu so 'nem Edel Italiener zum Abendessen und sie hat sich das teuerste Essen auf der Karte bestellt! Also hatte ich keine Kohle mehr für's Taxi und wir sind zu Fuß heim. Weil kein Strom war, habe ich überall Kerzen angezündet. Mann war ich sauer! Ich hab 'ne Stunde gebraucht einen hoch zu kriegen, genau so lange um endlich zu kommen und als es dann vorbei war, war ich so sauer, dass ich eine Stunde lang nicht einschlafen konnte. Und die ganze Zeit war die Alte nur am labern."

"Georg Körner Ich bin Jahrgang 65 und muss mir heute anhören, wir ruinieren der Jugend das Leben. Ich muss Euch enttäuschen, denn in meiner Jugend wurde nachhaltig gelebt. Strümpfe und Strumpfhosen wurden gestopft. An Pullover wurden längere Bündchen gestrickt. Hosen wurden mit bunten Borten verlängert. Zum Einkaufen und zur Schule musste ich mehrere Kilometer zu Fuß laufen, transportiert wurden die Einkäufe in einem Netz. Wenn Kleidung nicht mehr brauchbar war, wurden alle noch verwertbaren Dinge wie Knöpfe oder Reißverschlüsse abgetrennt und der Rest für Flicken oder als Putzlappen genutzt. Geschenkpapier wurde vorsichtig geöffnet um es wieder zu verwenden. Wir sammelten Altpapier und Flaschen mit der Schule und halfen bei der Kartoffelernte. Ich könnte noch mehr dieser Art der Nachhaltigkeit aufzählen, stattdessen muss man sich von Rotzlöffeln die sich mit dem SUV zu Schule kutschieren lassen, alleine wahrscheinlich einen 20 mal höheren Stromverbrauch haben als wir in unserer gesamten Jugend, sagen lassen, wir ruinieren Ihr Leben. Wir hatten keine elektronischen Spiele, unser WhatsApp waren Zettel unter der Bank in der Schule verteilt, wir verabredeten uns mündlich, Telefon gab es keins - das war für Notfälle gedacht. Diese dämlichen Gören wollen mir etwas über Umweltschutz erzählen, werfen ihre Kleidung nach zweimal tragen weg, produzieren Müll ohne Ende, verbrauchen seltene Erden und müssen immer die neuesten Geräte besitzen. Auf euren Demos lasst Ihr EUREN Müll von Euren erwachsenen Sklaven wegräumen und am Wochenende geht es zum nächsten Open Air Konzert zum Koma-Saufen, auch euer Koma-Saufen gab es früher nicht. So und wenn ihr dann einmal so nachhaltig lebt wie meine Generation gelebt hat, dann dürft IHR gerne streiken."

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