Ein Schäfer geht mit seinen Schafen die Straße entlang. Plötzlich tauchte in einer großen Staub- -wolke ein nagelneuer Cherokee-Jeep auf und hält direkt neben ihm. Der Fahrer des Jeep, ein junger Mann in Brioni-Anzug, Cerrutti-Schuhen, Ray-Ban-Sonnenbrille und einer YSL-Krawatte, steigt aus und fragt ihn: »Wenn ich errate, wie viele Schafe Sie haben, bekomme ich dann eines?« Der Schäfer schaut den jungen Mann an, dann seine friedlich grasenden Schafe und sagt ruhig: »Einverstanden.« Der junge Mann parkt den Jeep, verbindet sein Notebook mit dem Satelliten-Handy, geht im Internet auf eine NASA-Seite, scannt die Gegend mit Hilfe seines GPS-Satelliten-Navigationssystems, öffnet eine Datenbank und 60 Excel-Tabellen mit einer Unmenge Formeln. Schließlich druckt er einen 150-seitigen Bericht auf einem High-Tech-Minidrucker aus, dreht sich zu dem Schäfer um und sagt: »Sie haben exakt 1586 Schafe.« Der Schäfer sagt: »Das ist richtig, suchen Sie sich ein Schaf aus.« Der junge Mann nimmt ein Tier und lädt es in den Jeep ein. Der Schäfer schaut ihm zu und sagt: »Wenn ich Ihren Beruf errate, geben Sie mir das Schaf dann zurück?« Der junge Mann antwortet: »Klar, warum nicht.« Der Schäfer sagt: »Sie sind Unternehmens- -berater.« »Das ist richtig, woher wissen Sie das?«, will der junge Mann wissen. »Sehr einfach«, sagt der Schäfer, »Erstens kommen Sie hierher, obwohl Sie niemand gerufen hat, zweitens wollen Sie ein Schaf als Bezahlung haben dafür, dass Sie mir etwas sagen, was ich ohnehin schon weiß, und drittens haben Sie keine Ahnung von dem, was ich mache! So, und jetzt will ich meinen Schäferhund zurück.«

Ein Mann steht vor Gericht, weil er seine Frau erschlagen hat. Richter: „Das ist ein sehr brutales Vergehen. Wenn Sie mit etwas Milde rechnen wollen, müssen Sie uns schon eine Begründung geben.“ Der Mann: „Die war so doof, die musste ich einfach erschlagen!“ Richter: „Das ist ja noch viel schlimmer. Wenn Sie nicht wollen, dass die Geschwo- -renen Sie von vornherein schuldig sprechen sollen, dann geben Sie uns bitte eine plausible Erklärung.“ Darauf der Mann: „Das war folgendermaßen. Wir wohnten in einem Hochhaus im 13. Stock und im ersten Stock wohnte eine reizende Portiersfamilie, die hatte drei Kinder. Es war schrecklich! Die waren so klein geblieben, von Natur aus. Der Zwölfjährige war 80cm groß, der 19-jährige 90cm. Ich kam eines Tages hoch zu meiner Frau und sage: Das ist schon was Schlimmes mit den Kindern unserer Portiersfamilie. ‚Ja,‘ sagt meine Frau, ‚das ist ein richtiges Pyrenäengeschlecht.‘ Ich sage: ‚Nein, was Du meinst, sind Pygmäen.‘ ‚Nein,‘ sagt meine Frau, ‚Pygmäen, das ist das, was der Mensch unter der Haut hat, davon kriegt er Sommersprossen.‘ Ich sage: ‚Das ist Pigment.‘ ‚Nein,‘ sagt meine Frau, ‚Pigment, darauf haben die alten Römer geschrieben.‘ Ich sage: ‚Das ist Pergament!‘ ‚Nein,‘ sagt meine Frau, ‚Pergament ist, wenn ein Dichter etwas anfängt und nicht zu Ende macht…‘ Herr Richter, Sie können sich vorstellen, ich verschlucke mir das Fragment, ich setze mich in meinen Lehnstuhl und lese Zeitung. Plötzlich kommt meine Frau mit einem Satz, ich denke, jetzt ist sie irrenhausreif – ‚Liebling, guck mal, was hier steht!‘ Sie macht ein Buch auf, zeigt auf eine Textstelle und sagt: ‚Das Sonnendach des Handtäschchens war die Lehrerin des Zuhälters 15.‘ Ich nehme das Buch an mich und sage, aber Schatz, das ist ein französisches Buch, da steht: ‚La Marquise de Pompadour est la Maitresse de Lois XV. Das heißt: Die Marquise von Pompadour war die Mätresse von Ludwig dem 15.‘ ‚Nein,‘ sagt meine Frau, ‚das musst du wörtlich übersetzen: La Marquise – das Sonnendach Pompadour – das Handtäschchen la Maitresse – die Lehrerin Lois XV – der Zuhälter 15 Ich muss das schließlich ganz genau wissen, ich habe extra für meinen Französischunterricht einen Legionär angestellt.‘ Ich sage: ‚Du meinst einen Lektor.‘ ‚Nein,‘ sagt meine Frau, ‚Lektor war der griechische Held des Altertums.‘ Ich sage: ‚Das war Hektor, und der war Trojaner.‘ ‚Nein,‘ sagt meine Frau, ‚Hektor ist ein Flächenmaß.‘ Ich sage: ‚Das ist ein Hektar.‘ ‚Nein,‘ sagt meine Frau, ‚Hektar ist der Göttertrank.‘ Ich sage: ‚Das ist der Nektar.‘ ‚Nein,‘ sagt meine Frau, ‚Nektar ist ein Fluss in Süddeutschland.‘ Ich sage: ‚Das ist der Neckar.‘ Meine Frau: ‚Du kennst wohl nicht das schöne Lied: Bald gras ich am Nektar, bald gras ich am Rhein, das habe ich neulich mit meiner Freundin im Duo gesungen.‘ Ich sage: ‚Das heißt Duett.‘ ‚Nein,‘ sagt meine Frau, ‚Duett ist, wenn zwei Männer mit einem Säbel aufeinander losgehen.‘ Ich sage: ‚Das ist ein Duell.‘ ‚Nein,‘ sagt meine Frau, ‚Duell ist, wenn eine Eisenbahn aus einem dunklen finsteren Bergloch herauskommt.‘ Herr Richter – da habe ich einen Hammer genommen und habe sie totgeschlagen…“ Betretenes Schweigen, dann der Richter: „Freispruch, ich hätte sie schon bei Hektor erschlagen…“

Der Oberst zum Adjutanten „Morgen früh um 9.00 ist eine Sonnen- -finsternis, etwas, was nicht alle Tage passiert. Die Männer sollen im Drillich auf dem Kasernenhof antreten und sich das seltene Schauspiel ansehen. Ich werde es ihnen erklären. Wenn’s regnet, werden wir nichts sehen. Dann sollen sie in die Turnhalle gehen.“ Der Adjutant zum Hauptmann „Befehl vom Oberst! Morgen früh 9.00 ist eine Sonnenfinsternis! Wenn es regnet, findet sie im Drillich in der Turnhalle statt – etwas, was nicht alle Tage passiert. Der Oberst wird erklären, warum das Schauspiel so selten ist.“ Der Hauptmann zum Leutnant „Schauspiel vom Oberst! Morgen früh 9.00 – Einweisung der Sonnenfinsternis in der Turnhalle. Der Oberst wird erklären, warum es im Drillich regnet. Sehr selten, so etwas!“ Der Leutnant zum Feldwebel „Seltener Schauspielbefehl! Morgen früh um 9.00 wird der Oberst im Drillich die Sonne verfinstern, wie es alle Tage in der Turnhalle passiert, wenn ein schöner Tag ist. Wenn es regnet – Kasernenhof!“ Der Feldwebel zum Unteroffizier „Morgen früh um 9.00 verfinstert der Oberst im Drillich die Sonne. Wenn es in der Sporthalle regnet, was nicht alle Tage passiert, dann antreten auf dem Kasernenhof. Sollten Schauspieler dabei sein, so sollten sie sich selten machen.“ Gespräch unter Soldaten „Hast du schon gehört, wenn es morgen regnet – ?“ „Ja, ich weiß, der Oberst will unsern Drillich verfinstern. Das tollste Ding: wenn die Sonne keinen Hof hat, will er ihn machen; und Schauspieler sollen Selters bekommen – typisch. Dann will er erklären, warum man die Kaserne aus rein sportlichen Gründen nicht mehr sehen kann. Schade, dass es nicht alle Tage passiert.“

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