Während der Großen Depression in den 1930er und 1940er Jahren litten viele ländliche Familien in Amerika, insbesondere in landwirtschaftlichen Gemeinschaften wie Kansas, unter großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Viele Familien konnten sich keinen Stoff für Kleidung leisten und begannen daher, Mehl- und Futtersäcke aus Baumwolle zu verwenden, um daraus Kleidung für ihre Kinder zu nähen.
Als die Besitzer der Mühlen dies bemerkten, begannen sie, geblümte oder gemusterte Stoffe für die Säcke zu verwenden, damit die Familien ansehnlichere Materialien hatten. Außerdem wurden die Etiketten so gedruckt, dass sie leicht ausgewaschen werden konnten, sodass der Stoff ohne sichtbare Marken wiederverwendet werden konnte. Diese Geste wurde als ein Akt der Freundlichkeit angesehen und gab den Familien, die in schweren Zeiten kämpften, etwas Würde.
Diese Praxis wurde weit verbreitet und ist ein bemerkenswerter Teil der amerikanischen Geschichte während dieser Zeit.
Oskar und Sahra sitzen beim Frühstück. Da hören sie den Nachrichtensprecher im Radio sagen:
"Wir werden heute 8 bis 10 cm Schnee bekommen und möchten Sie daher bitten, Ihren Wagen auf der Straßenseite mit den geraden Hausnummern zu parken, so dass der Schneepflug durchkommt."
Daraufhin geht Sahra vor die Tür und parkt den Wagen um.
Eine Woche später, als sie wieder am
Frühstückstisch sitzen, hören sie die folgende Mitteilung in den Nachrichten:
"Wir erwarten ein neues Schneeunwetter und rechnen mit ca. 15 bis 20 cm Neuschnee. Deswegen bitten wir Sie, den Wagen auf der Straßenseite mit den ungeraden Haus-
nummern zu parken, so dass der Schneepflug durchkommen kann."
Sahra geht wieder brav nach draußen und parkt den Wagen auf der Seite der Straße, die der Nachrichtensprecher erwähnt hatte. Nächste Woche spielte sich das gleiche Szenario noch einmal ab.
Der Nachrichtensprecher teilte mit, dass noch mehr Schnee erwartet wird:
"Wir rechnen heute mit ca. 14 bis 16 cm Schnee und möchten Sie deswegen bitten…"
Da gibt es einen Stromausfall und das Radio schweigt. Sahra ist sehr aufgeregt und sagt mit sorgenvoller Miene zu Oskar:
"Liebling, ich weiß jetzt nicht, was ich machen soll! Auf welcher Seite soll ich denn jetzt unser Auto parken? Du weißt doch, dass der Schneepflug durchkommen muss."
Mit Liebe und Verständnis in der Stimme meint er:
"Mein Schatz, warum lässt du heute den Wagen nicht einfach mal in der Garage stehen?"