Die Fähigkeit, alleine zu sein entspricht der Fähigkeit, zu lieben.
Es mag paradox erscheinen, doch dass ist es nicht. Es ist eine grundlegende Wahrheit. Nur jene, die alleine sein können, können lieben, können teilen, können zum tiefsten Kern einer Person durchdringen, ohne sie zu besitzen, ohne abhängig von ihr oder süchtig nach ihr zu werden.
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Sie erlauben anderen die volle Freiheit, denn sie wissen, wenn sie verlassen werden, sind sie genauso glücklich wie vorher. Ihre Freude kann nicht genommen werden, weil sie nicht von anderen stammt.
Als Jeremy King erfuhr, dass er Vater wird, war die Freude riesig – doch auch die Angst groß. Jahre zuvor hatte eine Gehirnoperation seine Beweglichkeit stark eingeschränkt, seitdem war er auf den Rollstuhl angewiesen. In seinem Kopf kreiste immer wieder dieselbe Frage: Wie soll ich mit meinem Kind spazieren gehen – so wie andere Väter auch?
Seine Frau, Lehrerin an einer High School, erzählte diese Sorge ihren Schülern im Technikunterricht. Eigentlich nur als Gesprächsanstoß gedacht – doch die Jugendlichen sahen darin eine Aufgabe.
Monatelang tüftelten sie, entwickelten und bauten schließlich eine maßgeschneiderte Vorrichtung, die es möglich machte, einen Kinderwagen sicher am Rollstuhl zu befestigen.
Der Tag, an dem Jeremy zum ersten Mal die Straße hinunterrollte – sein Baby vor ihm, die Hände fest an den Rädern, ganz ohne fremde Hilfe – war mehr als nur ein Spaziergang. Es war ein Stück Freiheit.
Ein lebendiger Beweis dafür, dass Mitgefühl und Kreativität, besonders in den Händen junger Menschen, das Leben eines Menschen vollkommen verändern können.