Suche: Fahrgäste mit Grundkenntnissen in menschlichem Anstand.
Ich bin Ercan, Taxifahrer seit 18 Jahren. Ich habe alles gefahren. Hochzeiten, Beerdigungen, den Mann der ber bei beidem geweint hat (derselbe Mann, derselbe Monat).
Was ich biete: Sicheres Fahren, sauberes Auto, Schweigen wenn gewünscht. Was ich NICHT biete:
- Therapiesitzungen (Freitagabend, 2 Uhr nachts, Fahrt vom Club: "Ercan, bin ich ein guter Mensch?" - Ja. Steig aus. 14,80€.); Navigation von der Rückbank ("Hier rechts! RECHTS!" - Das war eine Einbahnstraße. Kofferraum-Tetris (Nein, 4 Koffer, ein Kinder-wagen, und "ach, das Surfbrett noch" passen nicht in einen Passat. Physik ist keine Verhandlung.); Trinkgeld: Optional. Wie Anstand. Leider.
Euer Ercan.
Standplatz Hauptbahnhof, Platz 3. Der mit dem Duftbaum.
PS: Wer letzten Samstag seinen Döner auf meinem Rücksitz vergessen hat - ich rieche ihn immer noch. Im Schlaf.
Winziger als eine Bleistiftspitze und trotzdem ein vollständig entwickeltes Lebewesen.
Ein ganzes Wirbeltierleben spielt sich an einem Ort ab, den die meisten Menschen niemals bewusst wahrnehmen.
Doch gerade diese extreme Kleinheit macht sie nicht nur schwer sichtbar. Sie verändert ihre gesamte Wirklichkeit.
Die Kürbis-Kröten aus dem Atlantischen Regenwald Brasiliens werden oft nicht einmal einen Zentimeter groß. In ihrer Welt ist der Waldboden keine glatte Fläche. Moos, Rindenstücke und selbst kleine Wassertropfen werden zu echten Hindernissen, die ihren Alltag formen.
Mit ihrer Größe gehen auch besondere Einschränkungen einher. Bei einigen Arten ist das Innenohr nicht vollständig entwickelt. Dadurch springen sie nicht kontrolliert und gezielt wie andere Frösche. Sie stoßen sich ab, überschlagen sich und landen oft eher zufällig dort, wo die Schwerkraft sie hinbringt. Selbst Bewegung funktioniert in dieser winzigen Dimension nach ganz eigenen Regeln.
Ihr leuchtendes Orange wirkt auf dem dunklen Laub fast unnatürlich auffällig. Und trotzdem bleiben sie fast unsichtbar, weil sich ihr ganzes Dasein in einem Bereich abspielt, über den Menschen meist achtlos hinweggehen.
Sie brauchen keinen großen Lebensraum. Für sie liegt alles, was zum Überleben nötig ist, auf engstem Raum beieinander: Nahrung, Schutz und ihr gesamtes kleines Universum.
Sie sind also nicht wirklich verborgen.
Wir sehen sie nur deshalb nicht, weil wir viel zu selten genau genug hinschauen.