Mumtaz Amca und İhsan Teyze waren keine gewöhnlichen Fans – sie waren Herz und Seele von Fenerbahçe. Jahrzehntelang saßen sie nebeneinander im Stadion, Spiel für Spiel, Regen oder Sonne, Sieg oder Niederlage.
Als Mumtaz Amca 2013 verstarb, kam İhsan Teyze weiter alleine – fest entschlossen, ihre gemeinsame Tradition weiterzuführen. Ein leerer Platz neben ihr, aber ein Herz voller Erinnerungen.
2020, nach ihrem Tod – mitten in der Pandemie, als Stadien leer blieben – entschied sich der Verein zu einer der schönsten Gesten, die der Fußball je gesehen hat: Sie stellten Pappfiguren von Mumtaz und İhsan genau auf ihre alten Plätze. Still. Würdevoll. Bewegend.
Auf den Sitzen stand:
„Morgen werden wir unsere İhsan Teyze und unseren Mumtaz Amca sehen – wie bei jedem Spiel. Ihr seid in unseren Herzen. Wir werden euch nie vergessen.“
Fußball ist mehr als Tore, Titel oder Taktik. Es sind die Menschen auf den Rängen, die Liebe, die bleibt – selbst wenn die Stimmen irgendwann verstummen.
Ich wurde gebeten, einen Nachmittag auf den Sohn einer Bekannten aufzupassen.
Trotz seines jungen Alters hat er eine ziemlich starke Spielsucht und verbringt vor allem jetzt in den Sommerferien viel Zeit vor dem PC. Sein Vater war ebenfalls abhängig (mittlerweile besteht kein Kontakt mehr), und er war oft alleine, da seine Mama alleinerziehend ist und viel arbeitet.
Gestern habe ich ihn geschnappt und bin trotz seiner Wut und Null-Bock-Einstellung mit ihm losgezogen. Wir waren auf einem Spielplatz beziehungsweise Bolzplatz. Anfangs hatte er gar keinen Bock und wollte nach Hause, aber wir hatten Glück: Eine Gruppe Jungs suchte noch einen Torwart für ihr Fußballspiel.
Ich habe ihn dann gezwungen, es wenigstens zu versuchen.
Ihr hättet ihn sehen sollen! Ich habe ihn da gar nicht mehr wegbekommen. So am Strahlen, am Anfeuern, wie ein Meister hat er fast jeden Ball abgewehrt. Die Jungs haben sich für heute wieder verabredet und er hat mich gefragt, ob ich nicht nochmal mitkommen kann. Er meinte, ich sei die coolste Aufpasserin, die er je hatte.
Es kann manchmal so einfach sein und ich freue mich so für ihn, dass er so schnell Anschluss gefunden hat. Hoffentlich ist das erst der Anfang.
Das ist Nadia Nadim – ein Leben wie ein Roman, geschrieben mit Mut, Verlust und unerschütterlicher Entschlossenheit. Geboren in Afghanistan, verlor sie mit nur 11 Jahren ihren Vater – hingerichtet von den Taliban. Mit ihrer Familie floh sie versteckt im Laderaum eines LKWs nach Dänemark – ohne Sprache, ohne Sicherheit, aber mit einem unbeugsamen Willen. Heute? Über 200 Tore im Profifußball, 99 Länderspiele für Dänemark, ein abgeschlossenes Medizinstudium, Spezialisierung in rekonstruktiver Chirurgie, Beherrschung von 11 Sprachen – und ein Platz auf der Forbes-Liste der einflussreichsten Frauen im Sport. Eine Frau, die nicht nur Tore schießt, sondern Mauern durchbricht.