Zwei Freundinnen beschließen, mal wieder so richtig auszugehen und einen "Frauensaufabend" zu machen.
Auf dem Heimweg am frühen Morgen, sturzbetrunken, haben sie das übliche dringende Bedürfnis. Aber weit und breit ist keine Toilette und kein Gebüsch - nur ein Friedhof.
Da es wirklich dringend ist, erledigen sie ihre Geschäfte auf dem Friedhof. Beide haben nichts mehr zum Abwischen. Keine Taschentücher - nichts.
Die eine beschließt, den Slip zu opfern und wirft ihn dann weg. Die andere zögert. Ihr Slip ist ein neues, teures Designer-Modell, das sie erst kürzlich von ihrem Mann zum Geburtstag bekommen hat. Da sieht sie auf dem Grab nebenan einen Kranz mit einer Schleife.
"Zum Teufel mit der Schleife", denkt sie, "das ist ein Notfall." Sie reißt die Schleife ab und reinigt sich damit.
Am anderen Tag treffen sich die zwei Männer der Freundinnen. "So gehts nicht weiter!" sagt der eine. "Wir müssen was unternehmen! Gestern kam meine Frau stockbesof-
-fen nach Hause und hatte nicht einmal mehr das Höschen an!"
"Das ist ja noch gar nichts", meint der andere, "meine hatte zwar das Höschen noch an, aber zwischen den Pobacken war noch ein rotes Band mit der Aufschrift: 'Wir werden dich nie vergessen! - Musikkapelle Grünwald!'"
So verhalten sich Frauen, wenn sie sich in den Finger geschnitten haben:
- denken "aua"
- stecken den Finger in den Mund, damit das Blut nicht durch die
Gegend tropft
- nehmen mit der anderen Hand ein Pflaster aus der Packung, kleben es drauf und machen weiter.
So verhalten sich Männer, wenn sie sich in den Finger geschnitten haben:
- schreien "@#%/$@&?#! ..."
- strecken die Hand weit von sich
- sehen in die andere Richtung, weil sie kein Blut sehen können, rufen nach Hilfe
- derweil bildet sich ein
unübersehbarer Fleck auf dem
Teppichboden
- müssen sich dann erst mal setzen, weil ihnen auf einmal so komisch wird und hinterlassen dabei eine Spur wie bei einer Schnitzeljagd
- erklären der zu Hilfe Eilenden mit schmerzverzerrter Stimme, sie hätten sich beinahe die Hand amputiert
- weisen das angebotene Pflaster zurück, weil sie der festen
Überzeugung sind, dass es für die grosse Wunde viel zu klein sei
- schlagen heimlich im
Gesundheitsbuch nach,
wieviel Blutverlust ein
durchschnittlicher Erwachsener
überleben kann, während sie in der Apotheke grosse Pflaster kauft
- lassen sich mit heldenhaft tapferem Gesichtsausdruck das Pflaster
aufkleben
- wollen zum Abendessen ein grosses Steak haben, um die Neubildung der roten Blutkörperchen zu
beschleunigen
- lagern vorsichtshalber die Füsse hoch, während sie schnell mal das Fleisch für ihn brät
- verlangen dringend nach ein paar Bierchen gegen die Schmerzen
- heben das Pflaster an, um zu sehen, ob es noch blutet, während sie zur Tankstelle fährt und Bier holt
- drücken solange an der Wunde rum, bis sie wieder blutet
- machen ihr Vorwürfe, sie hätte das Pflaster nicht fest genug geklebt
- wimmern unterdrückt, wenn sie vorsichtig das alte Pflaster ablöst und ein neues draufklebt
- können aufgrund dieser Verletzung diesen Abend leider nicht mit ihr
Tennis spielen und trösten sich statt dessen mit dem Europapokalspiel, das ganz zufällig gerade im Fernsehen läuft
- sie bemüht sich derweil um die
Flecken im Teppich
- schleichen sich nachts in
regelmässigen Abständen aus dem Bett, um im Bad nach dem
verdächtigen roten Streifen zu
forschen, der eine Blutvergiftung bedeutet und sind demzufolge am nächsten Tag völlig übernächtigt und übellaunig
- nehmen sich vormittags zwei
Stunden frei für einen Arztbesuch, um sich nur zur Sicherheit bestätigen zu lassen, dass sie wirklich keine Blutvergiftung haben
- klauen nachmittags aus dem
Notfallpack im Aufenthaltsraum der Firma einen Mullverband, lassen die blonde Sekretärin die Hand
bandagieren und genießen ihr
Mitgefühl
- dermassen aufgebaut gehen sie abends zum Stammtisch und erzählen grossspurig, dass die "Kleinigkeit" wirklich nicht der Rede wert wäre.