Oskar und Sahra sitzen beim Frühstück. Da hören sie den Nachrichtensprecher im Radio sagen:
"Wir werden heute 8 bis 10 cm Schnee bekommen und möchten Sie daher bitten, Ihren Wagen auf der Straßenseite mit den geraden Hausnummern zu parken, so dass der Schneepflug durchkommt."
Daraufhin geht Sahra vor die Tür und parkt den Wagen um.
Eine Woche später, als sie wieder am
Frühstückstisch sitzen, hören sie die folgende Mitteilung in den Nachrichten:
"Wir erwarten ein neues Schneeunwetter und rechnen mit ca. 15 bis 20 cm Neuschnee. Deswegen bitten wir Sie, den Wagen auf der Straßenseite mit den ungeraden Haus-
nummern zu parken, so dass der Schneepflug durchkommen kann."
Sahra geht wieder brav nach draußen und parkt den Wagen auf der Seite der Straße, die der Nachrichtensprecher erwähnt hatte. Nächste Woche spielte sich das gleiche Szenario noch einmal ab.
Der Nachrichtensprecher teilte mit, dass noch mehr Schnee erwartet wird:
"Wir rechnen heute mit ca. 14 bis 16 cm Schnee und möchten Sie deswegen bitten…"
Da gibt es einen Stromausfall und das Radio schweigt. Sahra ist sehr aufgeregt und sagt mit sorgenvoller Miene zu Oskar:
"Liebling, ich weiß jetzt nicht, was ich machen soll! Auf welcher Seite soll ich denn jetzt unser Auto parken? Du weißt doch, dass der Schneepflug durchkommen muss."
Mit Liebe und Verständnis in der Stimme meint er:
"Mein Schatz, warum lässt du heute den Wagen nicht einfach mal in der Garage stehen?"
Als Natalie Portman zum ersten Mal zum Vorsprechen erschien, wählte Regisseur Luc Besson sie nicht aus und begründete dies damit, dass sie zu jung für die Rolle der Mathilde sei – sie war damals erst 11 Jahre alt. Auch ihre Eltern waren dagegen und sagten, die Rolle sei zu gewalttätig für ein junges Mädchen, doch Natalie antwortete, dass das Drehbuch das Beste sei, was sie je gelesen habe und dass es ihr Leben ruinieren würde, wenn sie die Rolle nicht spielen dürfte.
Natalie ließ sich dadurch nicht entmutigen, und das selbstbewusste, hartnäckige Mädchen erschien zum nächsten Vorsprechen in New York. Dort spielte sie eine Szene, in der sie durch Tränen hindurch Leon die Nachricht vom Tod ihres Bruders überbringen musste. Luc Besson war fasziniert von dem Selbstbewusstsein und dem außergewöhnlichen Talent der jungen Schauspielerin. Er konnte sich nicht verzeihen, dass er so leichtfertig einen solch wertvollen "Rohdiamanten" hätte übersehen können.
Beeindruckt von der Reife des jungen Mädchens blieb Besson keine andere Wahl, als seinen Fehler einzugestehen. Das Vorsprechen wurde sofort abgebrochen, alle wurden nach Hause geschickt, und Natalie erhielt die Rolle vor 2.000 anderen Bewerberinnen.
Natalie Portman wurde 1981 in Jerusalem geboren. Ihre Familie zog 1984 nach Maryland und zog danach noch mehrmals um. 1990 ließ sie sich schließlich mit ihrer Familie in New York nieder. Ein Agent der Firma "Revlon" entdeckte sie in einer Pizzeria, als sie 11 Jahre alt war, und bot ihr eine Karriere als Model an, die sie jedoch ablehnte, weil sie lieber Schauspielerin werden wollte. Bald darauf erhielt sie ihre erste Rolle in Luc Bessons Film "Léon: Der Profi".
Schon zu Beginn unterschied sich Natalie von den meisten in Hollywood, sie lebte ein relativ zurückgezogenes Leben. Gleichzeitig schloss sie zwei Studiengänge ab. Zur Premiere des Films "Star Wars: Episode I", in dem sie mitspielte, erschien sie nicht, weil sie sich auf ihre Abschlussarbeit in Psychologie vorbereitete.