Sitzt ein Beamter in seinem Büro.
Plötzlich erscheint ihm eine gute Fee. "Du hast drei Wünsche frei", sagt sie. Der Beamte wünscht sich als Erstes, auf einer wunderschönen Insel zu sitzen. Es blitzt und donnert, schon sitzt er in einem Liegestuhl am Strand, vor ihm Palmen, das blaue Meer,
ringsherum der glänzende Sandstrand. "Und was ist dein zweiter Wunsch?", fragt die Fee. "Ich möchte nur von
schönen Frauen umgeben sein", sagt der Beamte. Es blitzt und donnert, um ihn herum stehen die schönsten Frauen der Insel. "Und dein dritter Wunsch?" – "Ich möchte nie wieder arbeiten müssen", sagt der Beamte. Es blitzt und donnert. . . und er sitzt
wieder im Büro.
Wusstest du, dass in Homers Odyssee nach zwanzig Jahren der Erste, der Odysseus erkannte, nicht seine Frau, nicht sein Sohn – sondern sein alter Hund war?
Zehn Jahre Krieg um Troja, zehn Jahre Irrfahrt über das Meer. Als Odysseus endlich heim nach Ithaka kehrte, verkleidete er sich als Bettler, um nicht erkannt zu werden – sein eigenes Haus war voller fremder Männer, die um Penelopes Gunst buhlten.
Vor dem Palast, halb im Schlamm, vergessen und krank, lag Argos – sein treuer Hund. Niemand kümmerte sich mehr um ihn. Doch als er seinen Herrn sah, regte sich sein müdes Herz ein letztes Mal: Er hob den Kopf, ließ die Ohren sinken, der Schwanz schlug schwach gegen den Boden – ein stiller Gruß, voller Wiedererkennung.
Und dann, als hätte er nur auf genau diesen Augenblick gewartet, schloss Argos für immer die Augen.
So sieht Treue aus. Unvergesslich. Unverhandelbar. Unendlich.