Die Kur hat meiner Frau so gutgetan, dass sie beschlossen hat, unser gemeinsames Haus und die Ehe hinter sich zu lassen, um mit den Kindern und ihrem neuen Partner, den sie während der Kur kennengelernt hat, ein neues Leben zu beginnen. Natürlich ist das nicht der explizite Zweck einer solchen Kur, doch die Idee, jeweils den gestressten Teil einer Beziehung in ein entspannendes, ferienähnliches Umfeld zu schicken, gemeinsam mit Menschen des anderen Geschlechts, schafft offensichtlich Raum für neue romantische Entwicklungen. Ein interessanter Nebeneffekt für den Partner, der währenddessen den Alltag weiter bewältigt und dann bei Rückkehr seiner geliebten Familie vor vollendete Tatsachen gestellt wird.
Der größte Vorteil ist sicherlich, dass die Krankenkasse diesen 'Urlaub' finanziert. Wünschenswert wäre allerdings, dass sie auch die Folgekosten wie Scheidung und Anwaltsgebühren übernehmen würde - hier sehe ich noch Verbesserungspotenzial. Wir nehmen die neue Situation jedenfalls sportlich und freuen uns alle auf die bevorstehenden Herausforderungen!
Sie hieß Stephanie St. Clair – und als ein berüchtigter Gangster ihr Geschäft in Harlem übernehmen wollte, ist sie nicht ausgewichen. Sie hat Widerstand geleistet.
Als junge Einwanderin aus Guadeloupe kam sie nach New York und baute in Harlem ein eigenes "Policy"-System auf – ein Zahlen-Spiel, das für viele Schwarze Arbeiter damals auch deshalb wichtig war, weil Banken sie oft ausschlossen. St. Clair machte daraus ein straff organisiertes Geschäft, schuf Jobs, unterstützte die Nachbarschaft und verdiente damit in harten Zeiten enorm viel Geld.
Nach dem Ende der Prohibition versuchten weiße Mafia-Strukturen, dieses Geschäft zu kontrollieren. Besonders Arthur "Dutch Schultz" ging brutal vor: Drohungen, Gewalt, Einschüchterung. Viele gaben nach.
St. Clair nicht.
Sie setzte auf Schutz durch eigene Leute – aber ihr stärkstes Mittel war Öffentlichkeit. Sie nutzte Anzeigen und Zeitungen, klagte Korruption an, nannte Beamte, die sich kaufen ließen, und brachte so das System ins Wanken, das Schultz deckte. Es kam zu Ermittlungen und Konsequenzen gegen Polizisten – und Harlem erlebte einen regelrechten Krieg um das Geschäft.
Am Ende musste sie die Kontrolle abgeben, aber sie hat sich nie unterworfen. Und als Schultz später erschossen wurde und im Sterben lag, schickte sie ihm ein Telegramm mit einem Satz, der zum legendären Schlusspunkt wurde: "Wie du säst, so wirst du ernten."
Ihre Geschichte ist deshalb so stark, weil sie zeigt: Macht ist nicht nur Gewalt. Manchmal ist Macht auch Mut, Intelligenz und die Weigerung, sich kleinmachen zu lassen – selbst in einer Welt, die von Männern mit Waffen regiert wird.