Er sitzt nicht gern allein zu Hause. Also fährt er mittags in das kleine Diner von Glennville, Georgia, setzt sich immer an denselben Tisch – und deckt zwei Plätze.
Auf seinem gegenüberliegenden Stuhl: kein Mensch, sondern ein eingerahmtes Foto. Carolyn.
Seit sie 2013 gestorben ist, nimmt ihr Bild den Platz ein, den sie mehr als sechzig Jahre lang ganz selbstverständlich besessen hat. Gäste schauen hin, flüstern, manche finden es traurig, andere rührend. Für Clarence Purvis, 93, ist es einfach Alltag. So sieht sein Leben mit einer Frau aus, die nicht mehr da ist – und doch nicht weg ist.
1949 haben sie geheiratet. Aus einem jungen Paar wurden zwei Menschen, die ihr ganzes Erwachsenenleben miteinander verbrachten: unzählige Mahlzeiten, Autofahrten, kleine Macken, über die man lacht oder sich ärgert, Gewohnheiten, die irgendwann mehr nach Zuhause riechen als jeder Ort auf der Welt. All das ist nicht mit einem Beerdigungstermin verschwunden.
„Sie war immer bei mir, solange wir lebten“, sagt Clarence. „Also ist sie auch jetzt bei mir. Und so bleibt es, bis wir uns wiedersehen.“
Seine Geschichte erinnert daran: Weder das Leben noch die Liebe sind leicht. Aber wenn man diesen einen Menschen gefunden hat, der mit einem durch gute und schlechte Zeiten geht, lohnt es sich, festzuhalten – auch dann, wenn man irgendwann allein am Tisch sitzt und doch zu zweit isst.
Auf einem Gefängnisgelände waren sechs Häftlinge damit beschäftigt, Gras zu schneiden, als ihr Aufseher plötzlich vor ihnen zu Boden ging. Keine Reaktion, kein Puls, kein Atem – es war klar, dass es um Sekunden ging.
Sie hätten einfach davonlaufen können. Die Dienstwaffe lag in Reichweite, der Schlüssel zum Truck auch, weit und breit kein weiterer Beamter zu sehen.
Doch keiner von ihnen machte einen Schritt in diese Richtung. Sie warfen die Arbeitsgeräte weg und rannten zu dem Mann. Einer riss ihm die Weste auf, ein anderer begann sofort mit der Herzdruckmassage, ein dritter wählte den Notruf. Sie blieben bei ihm, sprachen auf ihn ein, hielten durch, bis der Rettungswagen eintraf.
Keiner griff nach der Waffe, keiner versuchte zu fliehen. Später sagte einer der Häftlinge:
„Wir haben keinen Wärter und keine Gefangenen gesehen. Wir haben einen Menschen gesehen, der im Sterben lag. Und da hilft man.“
Sie retteten ihm das Leben – nicht für eine Belohnung, nicht aus Berechnung, sondern weil es in diesem Moment einfach das Richtige war.
1889 stirbt Anna Bissells Mann plötzlich an einer Lungenentzündung. Zurück bleibt sie mit fünf Kindern – und einer angeschlagenen kleinen Fabrik für Teppichkehrer, die kurz vor dem Bankrott steht. Die Banken sagen: "Verkaufen." Die Verwandten sagen: "Verkaufen." Eine Frau an der Spitze eines Unternehmens? Undenkbar.
Anna entscheidet sich anders: Sie übernimmt die Firma – nicht als Übergangslösung, sondern als Chefin. Sie sichert Patente, baut eine starke Marke auf, erobert mit Bissell-Teppichkehrern Europa und Amerika. Sogar im Buckingham Palace wird wöchentlich "gebissellt", weil Königin Victoria darauf besteht.
Gleichzeitig führt Anna Dinge ein, von denen Arbeiter damals nur träumen konnten: eine der ersten Betriebsrenten, Lohnfortzahlung bei Verletzungen, Urlaubstage. In der Wirtschaftskrise entlässt sie niemanden, sondern verteilt die Arbeit neu. Ihre Leute bleiben ihr ein Leben lang treu – kein einziger Streik in der Firmengeschichte.
Aus einer beinahe gescheiterten Fabrik macht Anna Bissell ein Weltunternehmen – als alle ihr sagten, sie solle leise verschwinden. Sie hat nicht nur Glasdecken zerbrochen, sie hat sie gründlich weggefegt.
„Es will ja keiner mehr arbeiten."
Ne ihr dummen Bastarde, es will einfach nur keiner mehr einstellen. Nach der elften Absage innerhalb von nichtmal zwei Monaten habe ich halt einfach absolut kein Interesse daran, euch noch mal in den Arsch zu kriechen für 13,80€ die Stunde. Überall hört man, dass es ja an Arbeitskräften mangelt und, dass man ja total einfach auch einen Job in der Gastro bekommen könnte. Ne, nix da, die wollen einfach nur den nächsten Lohnsklaven, der jeden Tag der Woche um fünf Uhr morgens aufsteht um den gottverdammten Rentner, die unbedingt ihr 6:30 Uhr Frühstück im Restaurant brauchen, ihre dreckigen Croissants mit Kaffee anzureichen. Gleichzeitig nur herablassende Kommentare und nen Gehalt, mit dem man sich vielleicht mit ganz viel Fantasie den monatlichen Döner leisten kann.