Der Pfarrer beobachtet seinen Messdiener, wie dieser Äpfel aus seinem Garten stiehlt. Ein paar Tage später kommt der Messdiener zur Beichte. Nachdem er fertig ist, fragt der Pfarrer: "Hast du nicht etwas vergessen?" "Nein!", antwortet der Messdiener. Darauf der Pfarrer: "Stiehlst du mir nicht meine Äpfel aus meinem Garten?" "Ich kann dich so schlecht verstehen!", entgegnet der Messdiener. Der Pfarrer wiederholt lauter: "Stiehlst du mir nicht meine Äpfel aus meinem Garten?" "Ich verstehe nichts!", kommt es zurück. Der Pfarrer wird zornig und ruft: "Du stiehlst mir doch meine Äpfel aus meinem Garten!" Darauf der Messdiener: "Also, ich hör wirklich nichts. Ich glaube, wir sollten mal die Plätze tauschen!" Gesagt, getan - sie tauschen die Plätze im Beichtstuhl. Der Messdiener fragt: "Bist du nicht mittwochs immer bei meiner Frau, wenn ich beim Schafkopfen bin?" Darauf der Pfarrer: "Du hast recht, hier hört man wirklich nichts!"
Wenn du wüsstest, dass du bald sterben wirst – was würdest du dir als letzte Mahlzeit wünschen?
Im Jahr 1963 machte der 28-jährige Victor Harry Feguer, ein zum Tode verurteilter Gefangener aus Iowa, eine der stillsten und zugleich tiefgründigsten letzten Essenswünsche der Geschichte.
Er verlangte keine Festtafel, keinen Trost in Form von Lieblingsspeisen – nur eine einzige Olive, mit dem Kern darin.
Feguer sagte den Wärtern, er hoffe, dass aus diesem Kern auf seinem Grab ein Olivenbaum wachsen würde – ein Symbol des Friedens, geboren aus einem Leben, das in Gewalt endete.
Nach seiner Hinrichtung fanden die Beamten den Olivenkern in der Tasche seines Anzugs – als hätte er diesen letzten Funken Hoffnung bis zum Ende bei sich tragen wollen.
Sein Wunsch war weder Reue noch Trotz, sondern ein leiser Ausdruck von Menschlichkeit.
Ein stilles Gebet um Frieden in einer Welt, die längst ihr Urteil gesprochen hatte.
Noch heute erinnert diese einzelne Olive an etwas Größeres als Schuld oder Strafe:
an den Glauben, dass wir selbst in der Dunkelheit noch immer etwas Gutes pflanzen können.