Die Kur hat meiner Frau so gutgetan, dass sie beschlossen hat, unser gemeinsames Haus und die Ehe hinter sich zu lassen, um mit den Kindern und ihrem neuen Partner, den sie während der Kur kennengelernt hat, ein neues Leben zu beginnen. Natürlich ist das nicht der explizite Zweck einer solchen Kur, doch die Idee, jeweils den gestressten Teil einer Beziehung in ein entspannendes, ferienähnliches Umfeld zu schicken, gemeinsam mit Menschen des anderen Geschlechts, schafft offensichtlich Raum für neue romantische Entwicklungen. Ein interessanter Nebeneffekt für den Partner, der währenddessen den Alltag weiter bewältigt und dann bei Rückkehr seiner geliebten Familie vor vollendete Tatsachen gestellt wird.
Der größte Vorteil ist sicherlich, dass die Krankenkasse diesen 'Urlaub' finanziert. Wünschenswert wäre allerdings, dass sie auch die Folgekosten wie Scheidung und Anwaltsgebühren übernehmen würde - hier sehe ich noch Verbesserungspotenzial. Wir nehmen die neue Situation jedenfalls sportlich und freuen uns alle auf die bevorstehenden Herausforderungen!
Ich fasse das dann noch einmal kurz zusammen, wenn Sie erlauben. Sie sagen also - und das ist ja nun durchaus interessant - dass Sie einerseits mit Ihrer Laterne gehen, aber, frei nach dem 3. Newtonschen Gesetz, auch Ihre Laterne mit Ihnen geht. Es herrscht also so eine Art Symbiose zwischen Ihnen und Ihrer Laterne, richtig?
Außerdem - und da wird es ja nun schon fast philosophisch - bemerken Sie, dass hoch oben, also am Firmament, die Sterne leuchten, kontrastieren aber direkt im Anschluss, dass hier unten, also auf der Erde, "wir" es sind, die leuchten. Ich nehme an, mit "wir" meinen Sie sich und Ihre Laterne, habe ich Sie da richtig verstanden?