Hallo Nachbar,
als erstes möchte ich dir sagen, dass die Hälfte des Hauses weiß, wer diesen Zettel geschrieben hat, weil kein Nachbar so eine Heulsuse ist wie du. Deshalb musst du nicht einen auf ANONYM machen!
Zweitens, wenn du meinst jemanden konkret beschuldigen zu können, dann lass dir doch bitte mal ein paar Eier wachsen und sprech die entsprechende Person persönlich an.
Drittens, tu nicht so als wäre DEIN Problem das Problem aller Nachbarn. Sind wir mal ehrlich, wenn du den Geruch von Cannabis nicht ertragen kannst, dann solltest du vielleicht mal deine Wohnortwahl überdenken. Wir leben im Jahr 2023 in Berlin. Dein Steinzeitleben kannst du gerne in deinen 4 Wänden ausleben.
Und viertens, das oder der einzige der nervt bist du, mit deinen ständigen Heulsusen Zetteln. Es tut mir leid, dass dein Leben anscheinend so lahm ist, aber geh doch deswegen nicht unseren tollen, netten, weltoffenen, toleranten. Nachbarn unseres Wohnhauses auf die Nerven!
Und für eine friedliche Nachbarschaft: Such dir endlich mal
ein Hobby.
"Sie sagen dir, du sollst nicht weinen.
Sie sagen dir, er sei nur ein Hund, kein Mensch.
Sie sagen dir, es wird vergehen.
Sie sagen dir, dass Tiere nicht wissen, dass sie sterben müssen.
Sie sagen dir, das Wichtigste sei, sie nicht leiden zu lassen.
Sie sagen dir, du könntest einen anderen bekommen.
Sie sagen dir, es wird passieren.
Sie sagen dir, es gäbe unerträglichere Schmerzen.
Aber sie wissen nicht, wie oft du deinem Hund in die Augen geschaut hast.
Sie wissen nicht, wie oft du und dein Hund alleine in die Dunkelheit geschaut habt.
Sie wissen nicht, wie oft dein Hund der Einzige an deiner Seite war.
Sie wissen nicht, dass der Einzige, der dich nicht beurteilt hat, dein Hund war.
Sie wissen nicht, wie sehr du dich erschrocken hast, als seine Stöhnen dich in der Nacht aufgeweckt haben.
Sie wissen nicht, wie oft dein Hund neben dir geschlafen hat.
Sie wissen nicht, wie sehr du dich verändert hast, seit der Hund ein Teil deines Lebens wurde.
Sie wissen nicht, wie oft du ihn umarmt hast, als er krank war.
Sie wissen nicht, wie oft du so getan hast, als würdest du nicht sehen, wie sein Fell immer weißer wurde.
Sie wissen nicht, wie oft du mit deinem Hund gesprochen hast, dem Einzigen, der dir wirklich zuhört.
Sie wissen nicht, wie gut du zu deinem Hund warst.
Sie wissen wenig davon, dass nur dein Hund wusste, dass du Schmerzen hattest.
Sie wissen nicht, wie es ist, deinen alten Hund zu sehen, der versucht, herüberzukommen und Hallo zu sagen.
Sie wissen nicht, dass, wenn alles schief geht, der Einzige, der nicht weg ist, dein Hund ist.
Sie wissen nicht, dass dein Hund dir in jedem Moment seines Lebens vertraut, sogar im letzten Moment.
Sie wissen nicht, wie sehr dein Hund dich geliebt hat und wie wenig er brauchte, um glücklich zu sein, weil du für ihn genug warst.
Sie wissen nicht, dass das Weinen um einen Hund eine der edelsten, sinnvollsten, wahrhaftigsten und reinste Sache ist, die man tun kann.
Sie wissen nicht, wie es war, ihn das letzte Mal fest in den Arm zu nehmen... darauf bedacht, ihm nicht weh zu tun.
Sie wissen nicht, was du gefühlt hast, als du sein Gesicht in den letzten Momenten seines Lebens gestreichelt hast."