Joerg Kuebelsbeck ist im Oktober 2021 nach einem Abend im Festzelt auf dem Heimweg vom Oktoberfest, als er kurz vor dem U-Bahnhof Schwanthalerhöhe eine Frau am Boden liegen sieht. Nun ist ein solcher Anblick im Umfeld der Wiesn, die Kritiker gerne als "größtes Besäufnis der Welt" bezeichnen, kein seltener Anblick. Und das ist wohl auch der Grund, weshalb die vorbeiströmenden Menschen die darniederliegende Frau ignorieren nicht ahnend, dass sie gerade um ihr Leben ringt.
Nicht so jedoch Joerg Kuebelsbeck. "Ich bin zu ihr hingegangen und habe gehört, wie sie geröchelt hat", erzählt der heute 48-Jährige. "Da war mir klar, dass sie nicht betrunken ist, sondern etwas Ernstes hat." Kuebelsbeck reagiert daraufhin sofort: Er bringt die Frau in Seitenlage, überstreckt ihren Kopf und entdeckt dabei, "dass ihre Zunge nach innen geschlagen war".
Ein alleinerziehender Vater, Luca Trapanese, adoptierte ein Mädchen mit Down-Syndrom, nachdem sie von 20 Familien abgelehnt worden war. Die kleine Alba wurde zuerst von ihrer leiblichen Mutter und dann von ihrem biologischen Vater abgelehnt. Danach fanden sich keine Pflegefamilien, die bereit waren, sie aufzunehmen. Ihr Leben änderte sich jedoch grundlegend, als Luca beschloss, ihr ein Zuhause zu geben.
Luca war bereits seit seiner Jugend in vielen sozialen Projekten in Italien engagiert. Als ihm mitgeteilt wurde, dass niemand Alba adoptieren wollte, entschied er sich dazu. Luca, der seit seinem 14. Lebensjahr ehrenamtlich mit Menschen mit Behinderungen arbeitet, fühlte sich in der Lage, die Herausforderungen der Adoption eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen anzunehmen.
„Seit meinem 14. Lebensjahr habe ich mit Menschen mit Behinderungen gearbeitet und ich wusste, dass ich das Wissen und die Erfahrung habe, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Ich bin überglücklich. Was sie mir bedeutet, kann man nicht in Worte fassen,“ erklärte Luca.