Suche: Fahrgäste mit Grundkenntnissen in menschlichem Anstand.
Ich bin Ercan, Taxifahrer seit 18 Jahren. Ich habe alles gefahren. Hochzeiten, Beerdigungen, den Mann der ber bei beidem geweint hat (derselbe Mann, derselbe Monat).
Was ich biete: Sicheres Fahren, sauberes Auto, Schweigen wenn gewünscht. Was ich NICHT biete:
- Therapiesitzungen (Freitagabend, 2 Uhr nachts, Fahrt vom Club: "Ercan, bin ich ein guter Mensch?" - Ja. Steig aus. 14,80€.); Navigation von der Rückbank ("Hier rechts! RECHTS!" - Das war eine Einbahnstraße. Kofferraum-Tetris (Nein, 4 Koffer, ein Kinder-wagen, und "ach, das Surfbrett noch" passen nicht in einen Passat. Physik ist keine Verhandlung.); Trinkgeld: Optional. Wie Anstand. Leider.
Euer Ercan.
Standplatz Hauptbahnhof, Platz 3. Der mit dem Duftbaum.
PS: Wer letzten Samstag seinen Döner auf meinem Rücksitz vergessen hat - ich rieche ihn immer noch. Im Schlaf.
An einem Freitagabend wurde ein Fuchs ins Tierheim gebracht – die Pfote gebrochen, doch in den Augen noch immer ein ungezähmtes Feuer.
Ein paar Meter weiter kauerte ein Dachs in der Ecke, den Kopf zur Wand gedreht, das Futter unberührt.
Dann trafen sich ihre Blicke. Der Fuchs schaute hinüber. Der Dachs schaute zurück.
Die Pfleger stellten ihre Kisten nebeneinander. Zum ersten Mal begann der Dachs, sich zu öffnen. Bald spielten sie, ruhten eng aneinander – wie alte Gefährten.
Am Tag der Freilassung schwang das Tor auf. Doch statt auseinander zu stieben, liefen sie Seite an Seite hinaus – ins Gras, in die Nacht.
Fünf Jahre später, um 2:11 Uhr, blitzte eine Wildkamera auf. Und da waren sie wieder: Fuchs und Dachs, Schulter an Schulter, unterwegs wie zwei unzertrennliche Freunde.