Keanu Reeves kam 20 Minuten zu spät zur Abschlussparty seines Films – nicht, weil er sich verspätet hatte, sondern weil er draußen im Regen wartete. Still, ohne Aufsehen. Niemand erkannte ihn. Kein Star-Gehabe, kein Drängeln, keine Ansage. Der Clubbesitzer sagte später erstaunt: „Ich hatte keine Ahnung, dass Keanu Reeves draußen im Regen steht – er hat nichts gesagt.“ So ist er. Er fährt mit der U-Bahn. Er unterhält sich ganz selbstverständlich mit Obdachlosen – und hilft, ohne Kameras. Er isst Hotdogs auf Parkbänken. Allein. Zwischen Fremden. Ohne Sicherheitsdienst. Nach den Dreharbeiten zu Matrix schenkte er allen Stuntleuten Motorräder – als Dank für ihre Arbeit. Er verzichtete freiwillig auf einen Großteil seiner Gage, um das Budget für die Kostüm- und Effektteams aufzustocken – weil er fand, dass ihre Leistung zu wenig gewürdigt wurde. Beim Film Im Auftrag des Teufels reduzierte er seine eigene Bezahlung, nur damit man sich Al Pacino als Co-Star leisten konnte. Und während all dem: Sein bester Freund starb. Seine Freundin verlor das gemeinsame Kind – und kam wenig später selbst bei einem Unfall ums Leben. Seine Schwester erkrankte schwer an Leukämie. Keanu brach nicht daran. Er stellte sein Leben hinten an, um bei seiner Schwester zu sein. Spende: 5 Millionen Dollar an die Klinik. Gründung: eine eigene Stiftung für Leukämieforschung – die er bis heute mit Geld aus seinen Filmgagen unterstützt. Man wird als Mensch geboren – aber menschlich zu bleiben, das ist eine Entscheidung.

Umfrage: Mehrheit neidisch auf Dschungelcamp-Teilnehmer, weil sie für zwei Wochen keine Nachrichten konsumieren müssen. Die Mehrheit der Deutschen ist einer neuen Umfrage zufolge neidisch auf die Kandidaten der aktuell laufenden Sendung "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!". Der Grund: Zwei Wochen lang sind die zwölf Kandidaten im australischen Dschungel vollständig von Nachrichten jeglicher Art abgeschirmt. "In den Vorjahren fielen unsere Umfragen zu diesem Thema immer sehr eindeutig aus: So gut wie niemand wollte mit den armen C-Promis im Dschungelcamp tauschen", erklärt Heinz Geiwasser, dessen Meinungsforschungsinstitut Opinion Control die Umfrage durchführte. "In diesem Jahr ist das anders. Mehr als 70 Prozent der Deutschen würden, wenn sie könnten, sofort eine Pritsche oder Hängematte im Camp beziehen, um endlich Ruhe vor der aktuellen Nachrichtenlage zu haben." Um nichts mehr über Donald Trump, Elon Musk, den deutschen Wahlkampf oder Messerattacken hören und lesen zu müssen, würden die Befragten demnach mehrheitlich bereitwillig Känguruhoden essen, Emublut trinken und die Moderationen von Sonja Zietlow und Jan Köppen ertragen. "Ich mache alles! Vor Kameras. Ich will nicht einmal Geld. Hauptsache zwei Wochen Ruhe", zitiert Opinion Control etwa eine Teilnehmerin der Umfrage. Auch die Aussicht auf belanglose Gespräche über seelische Probleme, Beauty-OPs und tropische Spinnen oder Lästereien über andere Camp-Teilnehmer wirkt offenbar verlockend: "Wenigstens keine Scheiß-Diskussionen über die USA, die Grünen oder die AfD!", so ein anderer Umfrageteilnehmer. RTL hat sehr interessiert auf die Umfrage reagiert. Insidern zufolge erwägt der Sender, künftig auf Gagen für die "Promis" zu verzichten und stattdessen eine Teilnahmegebühr zu verlangen.

Ads