Meine Tochter hat unseren Nachbarn, die über uns wohnen, älteres Ehepaar, ohne Kinder, vor bestimmt zehn Jahren ein Holzschild gebastelt und geschenkt. Das haben sie damals im Flur neben ihre Tür gehängt. Jetzt war ich gerade oben, da DHL ein Paket für sie hier abgegeben hat und habe gesehen, dass das Schild immer noch da hängt.
Jedes mal, wenn ich sehe, wie wert-
schätzend sie mit dem Geschenk um-
gehen, wird mir warm ums Herz und meiner Tochter, mittlerweile 20, auch.
Ich fasse das dann noch einmal kurz zusammen, wenn Sie erlauben. Sie sagen also - und das ist ja nun durchaus interessant - dass Sie einerseits mit Ihrer Laterne gehen, aber, frei nach dem 3. Newtonschen Gesetz, auch Ihre Laterne mit Ihnen geht. Es herrscht also so eine Art Symbiose zwischen Ihnen und Ihrer Laterne, richtig?
Außerdem - und da wird es ja nun schon fast philosophisch - bemerken Sie, dass hoch oben, also am Firmament, die Sterne leuchten, kontrastieren aber direkt im Anschluss, dass hier unten, also auf der Erde, "wir" es sind, die leuchten. Ich nehme an, mit "wir" meinen Sie sich und Ihre Laterne, habe ich Sie da richtig verstanden?
Ich wünsche dir, dass sich die letzten Tage dieses Jahres wie eine warme Umarmung anfühlen, die dich auffängt, statt weiter durchzuschütteln. Dass du zur Ruhe kommst, ohne dich dafür rechtfertigen zu müssen. Dass du spürst, wie gut es tut, loszulassen, was dich müde macht, und festzuhalten, was dich nährt. Und dass du mit jedem Atemzug ein bisschen mehr bei dir ankommst-leicht, klar und voller Hoffnung auf alles, was vor dir liegt.