Eltern bei den Spielen ihrer Kinder – für viele gilt das als Herzstück guter Elternschaft. Doch für manche ist "dabei sein“ alles andere als einfach.
Torbjörn Svensson zum Beispiel. Er lebt mit dem seltenen Usher-Syndrom, einer Erkrankung, die ihm sowohl das Gehör als auch das Augenlicht genommen hat.
Doch das hält ihn nicht davon ab, für seinen Sohn da zu sein – auf die wohl "klassischste Papa-Art“, die es gibt: Er besucht seine Fußballspiele.
Aber wie bitte kann jemand, der weder sehen noch hören kann, seinem Kind beim Fußballspielen zusehen?
Die Antwort ist berührend: Durch taktile Gebärdensprache.
Ein Dolmetscher sitzt neben ihm und überträgt das Geschehen auf dem Feld über Berührungen und Druckbewegungen in seine Handflächen – so fühlt Svensson gewissermaßen mit, was auf dem Spielfeld passiert.
Im Gegensatz zur üblichen Gebärdensprache, die mit den Augen gelesen wird, ist diese Form fühlbar – und ermöglicht Svensson etwas, das viele für unmöglich halten würden:
Mitten im Spiel zu sein, obwohl er nichts sieht und nichts hört.
Ein stiller Beweis dafür, dass Liebe keine Sinne braucht – nur Präsenz und Herz.
Der kleine Junge, der seine Schwester durch den Krieg trug – Ungarn, 1945
Als die Nazis ihre Eltern mitnahmen, blieb dem zehnjährigen Aron nur eines: seine kleine Schwester. Er band sie sich auf den Rücken und machte sich zu Fuß auf den Weg – über 120 Kilometer, ohne Karte, ohne Plan, nur mit einem Flüstern von Hoffnung.
Er tauschte Kartoffeln gegen Milch, bat Fremde um ein Nachtlager, schlief unter Bäumen, lief durch Matsch und Kälte. Alles, was ihn leitete, war ihr Atem in seinem Nacken – leise, lebendig, echt.
Später sagte er: "Ich hatte keine Karte. Nur ihren Atem in meinem Nacken."
Beide überlebten.
Viele Jahre danach, als sie selbst Mutter wurde, nannte sie ihren Sohn Aron –
"für den Bruder, der mir zweimal das Leben geschenkt hat."
Ray und Jeni Bonell sind seit Jahrzehnten ein Paar – und Eltern von stolzen 16 Kindern, im Alter von etwa 4 bis 29 Jahren. Was für viele kaum vorstellbar ist, ist für sie gelebter Alltag – mit all seinen Höhen, Tiefen und jeder Menge Leben im Haus.
Ray, von Beruf Installateur, spricht offen über das liebevolle Durcheinander, das ihren Familienalltag bestimmt. Und auch Jeni, die früher eigentlich keine Kinder wollte, sagt heute mit Überzeugung: "Jedes einzelne unserer Kinder ist ein Geschenk – ganz eigen, ganz besonders."
Neun Söhne, sieben Töchter – und doch kein Kind wie das andere. Die Bonells machen klar: Hier geht es nicht um Zahlen, sondern um Persönlichkeiten. Um Individualität trotz großer Zahl. Um Liebe, die sich nicht teilt – sondern mit jedem Kind wächst.
Eine Familie, die zeigt: Was zählt, ist nicht, wie viele du hast, sondern wie du mit ihnen lebst.