Ein kleiner Junge hatte beim Stiefel- -anziehen Probleme und so kniete seine Kindergärtnerin sich nieder, um ihm dabei zu helfen. Mit gemeinsamem Stoßen, Ziehen und Zerren gelang es, zuerst den einen und schließlich auch noch den zweiten Stiefel anzuziehen. Als der Kleine sagte: “Die Stiefel sind ja am falschen Fuß!” schluckte die Kindergärtnerin ihren Anflug von Ärger runter und schaute ungläubig auf die Füße des Kleinen. Aber es war so; links und rechts waren tatsächlich vertauscht. Nun war es für die Kindergärtnerin ebenso mühsam wie beim ersten Mal, die Stiefel wieder abzustreifen. Es gelang ihr aber, ihre Fassung zu bewahren, während sie die Stiefel tauschten und dann gemeinsam wieder anzogen, ebenfalls wieder unter heftigem Zerren und Ziehen. Als das Werk vollbracht war, sagte der Kleine: “Das sind nicht meine Stiefel!” Dies verursachte in ihrem Inneren eine neuerliche, nun bereits deutlichere Welle von Ärger und sie biss sich heftig auf die Zunge, damit das hässliche Wort, das darauf gelegen hatte nicht ihrem Mund entschlüpfte. So sagte sie lediglich: “Warum sagst du das erst jetzt?” Ihrem Schicksal ergeben kniete sie sich nieder und zerrte abermals an den widerspenstigen Stiefeln, bis sie wieder ausgezogen waren. Da erklärte der Kleine deutlicher: “Das sind nicht meine Stiefel, denn sie gehören meinem Bruder. Aber meine Mutter hat gesagt, ich muss sie heute anziehen, weil es so kalt ist.” In diesem Moment wusste sie nicht mehr, ob sie laut schreien oder still weinen sollte. Sie nahm nochmals ihre ganze Selbstbeherrschung zusammen und stieß, schob und zerrte die blöden Stiefel wieder an die kleinen Füsse. Fertig. Dann fragte sie den Jungen erleichtert: “Okay, und wo sind deine Handschuhe?” Worauf er antwortete: “Ich hab sie vorn in die Stiefel gesteckt.”

Gerade eben vor dem Supermarkt. Ein junger Mann nestelt an seinem Fahrrad herum, ich stelle mich daneben. Ich: »Oh Mann, das sieht ja kompliziert aus.« Er: »Geht so.« Ich: »Als Fahrradfahrer sollte man immer das richtige Werkzeug dabei haben.« Er: »Niemand mag Klugscheißer.« Ich: »Das sagen alle dummen Menschen.« Er: »Selber dumm.« Ich: »Ganz sicher. Ich hätte zum Beispiel auch keine Ahnung, wie man so ein Fahrrad repariert.« Er: »Ich repariere nichts.« Ich: »Was machen Sie dann?« Er: »Wonach sieht's denn aus?« Ich: »Nach Reparieren, das hat das Fahrrad sicher nötig.« Er: »Ich repariere nichts, das Schloss klemmt.« Ich: »Ah, okay. Und die Kette ist ja ziemlich fett, die kriegt man wohl nicht so einfach durch.« Er: »Nee.« Ich: »Und das Schloss lässt sich nicht öffnen?« Er: »Nein, sonst wäre ich ja schon längst weg!« Ich: »Wie gesagt: Man braucht gutes Werkzeug, das hat mein Opa schon gesagt.« Er flucht, ich hole eine Tüte Gummibären aus meinen Rucksack. Ich: »Ein bisschen Stärkung?« Er: »Nein, Danke.« Ich: »Dann nicht. Brauchen Sie denn Hilfe bei dem Schloss?« Er: »Nein, ich kriege das schon hin!« Ich: »Gutes Werkzeug. Habe ich wohl schon mal gesagt. Mit so einer Fummelei wird das auf Dauer nichts.« Er: »Hauen Sie einfach ab!« Ich: »Kein Grund, so unfreundlich zu sein! Ich wollte nur helfen.« Er: »Kann ich drauf verzichten!« Ich: »Ja, merke ich auch. Trotzdem würde ich mir gern mal das Schloss ansehen.« Er: »Warum!?« Ich: »Weil ich den Schlüssel dafür habe und wissen will, ob er noch passt.« So schnell, wie der junge Mann laufen konnte, brauchte der gar kein Fahrrad. Und schon gar nicht meines. Einige Dinge kann man mit Freundlichkeit auch viel besser erledigen. Und mein Schloss und meine Kette haben den ersten Belastungstest bestanden.

Ein Grüner in einem Heißluftballon hat die Orientierung verloren. Er geht tiefer und sichtet eine Frau am Boden. Er sinkt noch weiter ab und ruft: „Entschuldigung, können Sie mir helfen? Ich habe einem Freund versprochen, ihn vor einer Stunde zu treffen; und ich weiß nicht, wo ich bin.“ Die Frau am Boden antwortet: „Sie sind in einem Heißluftballon in ungefähr 10 m Höhe über Grund. Sie befinden sich auf dem 47. Grad, 36 Minuten und 16 Sekunden nördlicher Breite und 7. Grad, 39 Minuten und 17 Sekunden östlicher Länge.“ „Sie müssen Ingenieurin sein“, sagt der Grüne. „Bin ich“, antwortet die Frau, „woher wissen Sie das?“ „Nun“, sagt der Grüne, „alles, was sie mir sagten, ist technisch korrekt, aber ich habe keine Ahnung, was ich mit Ihren Informationen anfangen soll, und Fakt ist, dass ich immer noch nicht weiß, wo ich bin. Offen gesagt, waren Sie keine große Hilfe. Sie haben höchstens meine Reise noch weiter verzögert.“ Die Frau antwortet: „Sie müssen bei den Grünen sein.“ „Ja,“ antwortet der Grüne, „aber woher wissen Sie das?“ „Nun,“ sagt die Frau, „Sie wissen weder, wo Sie sind, noch, wohin Sie fahren. Sie sind aufgrund einer großen Menge heißer Luft in Ihre jetzige Position gekom- -men. Sie haben ein Versprechen gemacht, von dem Sie keine Ahnung haben, wie Sie es einhalten können und erwarten von den Leuten unter Ihnen, dass sie Ihre Probleme lösen. Tatsache ist, dass Sie nun in der gleichen Lage sind wie vor unserem Treffen, aber merkwürdiger- -weise bin ich jetzt irgendwie schuld!“

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