Ich wurde gebeten, einen Nachmittag auf den Sohn einer Bekannten aufzupassen.
Trotz seines jungen Alters hat er eine ziemlich starke Spielsucht und verbringt vor allem jetzt in den Sommerferien viel Zeit vor dem PC. Sein Vater war ebenfalls abhängig (mittlerweile besteht kein Kontakt mehr), und er war oft alleine, da seine Mama alleinerziehend ist und viel arbeitet.
Gestern habe ich ihn geschnappt und bin trotz seiner Wut und Null-Bock-Einstellung mit ihm losgezogen. Wir waren auf einem Spielplatz beziehungsweise Bolzplatz. Anfangs hatte er gar keinen Bock und wollte nach Hause, aber wir hatten Glück: Eine Gruppe Jungs suchte noch einen Torwart für ihr Fußballspiel.
Ich habe ihn dann gezwungen, es wenigstens zu versuchen.
Ihr hättet ihn sehen sollen! Ich habe ihn da gar nicht mehr wegbekommen. So am Strahlen, am Anfeuern, wie ein Meister hat er fast jeden Ball abgewehrt. Die Jungs haben sich für heute wieder verabredet und er hat mich gefragt, ob ich nicht nochmal mitkommen kann. Er meinte, ich sei die coolste Aufpasserin, die er je hatte.
Es kann manchmal so einfach sein und ich freue mich so für ihn, dass er so schnell Anschluss gefunden hat. Hoffentlich ist das erst der Anfang.
Bruce Willis’ Familie geht mit einer bemerkenswerten Offenheit und Stärke durch eine der schwersten Prüfungen des Lebens: Sein fortschreitender Kampf gegen die frontotemporale Demenz.
Zum Vatertag 2025 teilte seine älteste Tochter, Rumer Willis, ihre Trauer in einem sehr persönlichen Post. Sie sprach davon, wie sehr sie die vertrauten Gespräche mit ihrem Vater vermisst – seine Geschichten, sein Zuhören, das einfache Gefühl, sich wirklich verstanden zu fühlen. All das, was die Krankheit Stück für Stück mitnimmt.
Auch seine Ehefrau Emma und die Kinder sprachen öffentlich über die schmerzliche Realität: Bruce verliert zunehmend die Fähigkeit zu sprechen, Sprache zu verstehen – und damit auch einen der wichtigsten Fäden, der sie als Familie immer verbunden hat. Emma gab sogar zu, dass sie nicht sicher sei, ob Bruce überhaupt versteht, was mit ihm geschieht. Sie bat eindringlich die Paparazzi, Abstand zu halten und ihn nicht mehr anzurufen oder zu bedrängen – weil er das alles nicht mehr einordnen kann. Sie gefährden ihn damit.
Trotz dieser bitteren Wahrheit lebt die Familie nun in einem neuen Rhythmus – einem, der stiller ist, aber nicht weniger liebevoll. Sie halten sich an den kleinen Gesten fest, an stillen Momenten der Nähe. Es ist eine Zeit des Loslassens und doch des Festhaltens – voller Geduld, Wärme und tiefer Zuneigung.
Indem sie ihre Geschichte mit der Welt teilen, geben sie Bruce eine Stimme – auch wenn er selbst sie langsam verliert. Und sie erinnern uns daran, dass Demenz nicht nur das Gedächtnis nimmt, sondern auch Lachen, Gespräche, das Gefühl von "Zuhause". Ein Stück Menschlichkeit, das in jeder Familie so unendlich wertvoll ist.
Eltern bei den Spielen ihrer Kinder – für viele gilt das als Herzstück guter Elternschaft. Doch für manche ist "dabei sein“ alles andere als einfach.
Torbjörn Svensson zum Beispiel. Er lebt mit dem seltenen Usher-Syndrom, einer Erkrankung, die ihm sowohl das Gehör als auch das Augenlicht genommen hat.
Doch das hält ihn nicht davon ab, für seinen Sohn da zu sein – auf die wohl "klassischste Papa-Art“, die es gibt: Er besucht seine Fußballspiele.
Aber wie bitte kann jemand, der weder sehen noch hören kann, seinem Kind beim Fußballspielen zusehen?
Die Antwort ist berührend: Durch taktile Gebärdensprache.
Ein Dolmetscher sitzt neben ihm und überträgt das Geschehen auf dem Feld über Berührungen und Druckbewegungen in seine Handflächen – so fühlt Svensson gewissermaßen mit, was auf dem Spielfeld passiert.
Im Gegensatz zur üblichen Gebärdensprache, die mit den Augen gelesen wird, ist diese Form fühlbar – und ermöglicht Svensson etwas, das viele für unmöglich halten würden:
Mitten im Spiel zu sein, obwohl er nichts sieht und nichts hört.
Ein stiller Beweis dafür, dass Liebe keine Sinne braucht – nur Präsenz und Herz.