Vor ein paar Tagen war Nicolás Gallardo wie so oft mit seinem Hund in Bogotá spazieren, als er plötzlich merkte, dass etwas nicht stimmte. Aus der Richtung eines Kanals im Stadtteil El Tintal hörte er Rufe, aufgeregte Stimmen, Menschen, die durcheinander redeten. Neugierig – und mit einem leicht mulmigen Gefühl – ging er näher heran.
Am Rand des Kanals hatte sich eine Gruppe von Anwohnern versammelt. Alle starrten hinunter ins Wasser. Dort, an der steilen Betonwand, klammerte sich ein verängstigter Hund fest. Der Abhang war so glatt und hoch, dass weder das Tier noch ein Mensch allein nach oben gekommen wäre. Jede Welle, jede kleine Bewegung im Wasser ließ den Hund kurz wegrutschen – die Gefahr, dass er abrutscht und ertrinkt, war real.
Doch statt nur stehen zu bleiben und zu filmen, taten die Leute etwas, was man heute leider nicht mehr so oft sieht: Sie handelten gemeinsam. Ohne große Worte griff einer dem anderen die Hand, und nach und nach bildeten sie eine Menschenkette, die sich vorsichtig die Böschung hinuntertastete. Ein Mann ganz unten streckte sich bis zum Äußersten, bis er den Hund endlich packen konnte. Oben hielten die anderen die Kette, mit angespannten Armen und klopfendem Herzen – keiner wollte loslassen, keiner wollte riskieren, dass einer stürzt.
Nicolás stand auf der anderen Seite des Kanals. Er konnte nicht hinüber, nicht mit anpacken. Also tat er das Einzige, was ihm blieb: Er hielt diesen Moment fest, um zu zeigen, wozu Nachbarn fähig sind, wenn es darauf ankommt. Auf seinem Video ist zu sehen, wie die Menschenkette sich langsam wieder nach oben zieht – und mit ihr der tropfnasse, zitternde Hund, der schließlich in Sicherheit über die Kante gehoben wird.
Das Tier schien wie durch ein Wunder unverletzt. Kurz darauf konnte es zurück zu seinen Besitzern, Anwohnern aus der Nachbarschaft. Vielleicht war es für sie „nur“ ihr Hund, den sie wieder in die Arme schließen durften – für alle anderen, die das Video gesehen haben, ist es ein stilles Zeichen dafür, dass Mitgefühl noch lebt.
Viele, die die Aufnahmen später online sahen, schrieben, diese Szene gebe ihnen ein Stück Vertrauen in die Menschheit zurück. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft dieses Tages: Man muss kein Held im klassischen Sinn sein. Es reicht, wenn man nicht wegschaut, wenn jemand – ob Mensch oder Tier – im Wasser untergeht.
Zwei Männer stoßen im Supermarkt zusammen. Meint der eine völlig auf-
gelöst: "Entschuldige, aber ich bin durcheinander, ich suche meine Frau!" Darauf der andere: "Mir geht es auch so, seit einer halben Stunde suche ich schon. Wie sieht deine denn aus?" – "Meine hat lange Haare, ist 1,80 m groß, braungebrannt, vollbusig, schlank, trägt einen superkurzen Mini, ein weißes enges Top ohne BH und Schuhe mit sehr hohen Absätzen. Und wie sieht deine aus?" Antwortet der andere: "Scheiß drauf, wir suchen deine."
Ray und Jeni Bonell sind seit Jahrzehnten ein Paar – und Eltern von stolzen 16 Kindern, im Alter von etwa 4 bis 29 Jahren. Was für viele kaum vorstellbar ist, ist für sie gelebter Alltag – mit all seinen Höhen, Tiefen und jeder Menge Leben im Haus.
Ray, von Beruf Installateur, spricht offen über das liebevolle Durcheinander, das ihren Familienalltag bestimmt. Und auch Jeni, die früher eigentlich keine Kinder wollte, sagt heute mit Überzeugung: "Jedes einzelne unserer Kinder ist ein Geschenk – ganz eigen, ganz besonders."
Neun Söhne, sieben Töchter – und doch kein Kind wie das andere. Die Bonells machen klar: Hier geht es nicht um Zahlen, sondern um Persönlichkeiten. Um Individualität trotz großer Zahl. Um Liebe, die sich nicht teilt – sondern mit jedem Kind wächst.
Eine Familie, die zeigt: Was zählt, ist nicht, wie viele du hast, sondern wie du mit ihnen lebst.
Beim Filmfestival in Venedig wurde der italienische Schauspieler Roberto Benigni mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Doch was diesen Moment besonders berührend machte, war nicht nur der Preis – sondern die Worte, die er auf der Bühne an seine Frau, Nicoletta Braschi, richtete:
"In diesem Augenblick möchte ich meine Gedanken Nicoletta widmen, die hier unter uns im Saal sitzt. Seit 40 Jahren gehen wir gemeinsam durch das Leben. Ich kenne nur eine Art, Zeit zu messen: mit dir – oder ohne dich. Diesen geflügelten Löwen teilen wir. Ich nehme den Schweif – um dir meine Freude zu zeigen, mit wedelndem Schwanz. Du bekommst den Rest. Vor allem die Flügel – sie gehören dir. Denn wenn ich in meiner Arbeit je geflogen bin, dann nur durch dich. Durch dein Talent, dein Geheimnis, deinen Zauber, deine Schönheit, deine Weiblichkeit. Das Frau-Sein – ein Geheimnis, das wir Männer nie ganz verstehen. Ich konnte nie so sein wie du, Nicoletta. Wenn mir im Leben etwas Schönes oder Gutes gelungen ist, dann immer durch dein Licht. Unsere Liebe war Liebe auf den ersten Blick – oder besser gesagt: Liebe auf den ewigen Blick."
Ihre gemeinsame Reise begann 1983 beim Film "Tu mi turbi" (auf Deutsch: "Du bringst mich durcheinander"), bei dem Roberto Regie führte und Nicoletta zum ersten Mal seine Filmpartnerin wurde. Während der Dreharbeiten tauschten sie Bücher aus – ein Vorwand, wie sich später herausstellte. Roberto erfand kurzerhand, ihm fehle ein bestimmtes Buch, von dem er "gehört" hatte, dass Nicoletta es besitze – nur um sie wiedersehen zu können.
Was mit einer Ausrede begann, wurde zu einer unzertrennlichen Verbindung. Gemeinsam besuchten sie fast täglich das Kino oder Theater. Schon bald folgte die Hochzeit – und Nicoletta spielte in nahezu all seinen Filmen mit.
Ihre Liebe brachte nicht nur ein erfülltes gemeinsames Leben, sondern auch große Werke hervor: "Das Monster", „Der Tiger und der Schnee“ und natürlich das Oscar-prämierte "Das Leben ist schön".