Es wird erzählt, dass der chinesische Millionär Xiong Shuihua etwas Außergewöhnliches tat: Er kehrte in sein Heimatdorf zurück – nicht mit leeren Händen, sondern mit einem Herzen voller Dankbarkeit. Die alten, verfallenen Hütten, in denen einst seine Familie und Nachbarn lebten, ließ er abreißen. An ihrer Stelle entstanden moderne, komfortable Wohnungen – für alle, die damals an seiner Seite waren.
Xiong vergaß nie, woher er kam. Und noch weniger vergaß er jene, die ihm in schweren Zeiten beigestanden hatten. Für ihn war es keine Pflicht, sondern eine Herzensangelegenheit: Denen etwas zurückzugeben, die ihm einst halfen, als er selbst nichts hatte. Sein Reichtum war für ihn nicht das Ziel – sondern ein Mittel, um Gutes zu tun. Ein stiller Beweis dafür, dass wahre Größe nicht im Geld liegt, sondern in der Fähigkeit, sich zu erinnern… und mit offenen Händen zurückzukehren.
Im August 1942 brachen Marcelin und Francine Dumoulin, ein Ehepaar aus der Schweiz mit sieben Kindern, zu einem scheinbar gewöhnlichen Tag in den Bergen auf – sie wollten ihre Kühe weiden, wie sie es unzählige Male zuvor getan hatten. Doch diesmal kamen sie nie zurück. Trotz intensiver Suche blieben sie verschwunden. Ihre Kinder wurden getrennt, wuchsen bei Pflegefamilien auf, während das ganze Dorf Jahrzehnte lang mit der Ungewissheit lebte: Was war mit Marcelin und Francine geschehen?
Erst 75 Jahre später brachte das Schmelzen eines Gletschers die Wahrheit ans Licht. Ein Arbeiter entdeckte auf dem Eis in der Nähe eines Skilifts etwas Ungewöhnliches: alte Gegenstände, eine Glasflasche, ein Paar Schuhe – eines groß, das andere klein. Kurz darauf stieß man auf zwei gefrorene Körper, jahrzehntelang im Eis konserviert. Eine DNA-Analyse bestätigte schließlich das, woran niemand mehr zu hoffen wagte: Es waren Marcelin und Francine.
Vermutlich waren sie damals in eine Gletscherspalte gestürzt und wurden sofort vom Schnee begraben. Der Gletscher bewahrte ihre Körper all die Jahre, eingefroren in der Zeit – bis der Klimawandel das Eis zurückweichen ließ.