Zwei Männer haben die Nase voll von der Welt.
Sie beschließen Job und Frau und Kinder zu verlassen und in der Wildnis endlich Ruhe und Frieden zu finden. Um sich mit dem Nötigsten einzudecken, gehen sie in einen Laden für Extremsportartikel.
Der Ladenbesitzer, ein weiser alter Mann, legt den beiden Einsiedlerkandidaten vor allem ein Brett ans Herz, das ganz mit Pelz überzogen ist und in der Mitte einen Schlitz hat, der ebenfalls mit Pelz ausgefüttert ist.
"Kommt nicht in Frage!", rufen die beiden Männer wie aus einem Munde.
"Wir wissen wohl, wozu solch ein Brett gut sein soll, aber wir haben das ganze Theater endgültig satt!" Trotzdem schafft es der Alte, das Brett hinter ihrem Rücken im Haufen ihrer Ausrüstung zu verstecken, und sie ziehen los.
Drei Jahre später schaut einer der beiden Männer wieder in dem Sportartikelladen vorbei.
"Ach sieh mal an!" ruft der Ladenbesitzer aus. "Und wo ist Ihr Partner?"
"Tot", sagt der heimgekehrte Überlebende.
"Was ist denn passiert?"
"Hab ihn umgelegt."
"Aber warum?"
"Na ja", zuckt der Mann mit den Schultern, "ich hab ihn mit meinem Brett im Bett erwischt."
Der Nagel:
Mit welchem Aufwand befestigt die Wirtschaft 1960 und 2018 ein Haus-
-nummernschild?
Ein Bauherr äußert den Wunsch, ein Hausnummernschild an einen Holzpfahl zu nageln.
1960:
Ein Bauarbeiter nagelt das Schild an, bedankt sich für eine dafür erhaltene Flasche Bier und geht.. Dauer: 20 Sekunden.
1970:
Bauarbeiter geht zu Polier. Der gestattet das Einschlagen des Nagels und nimmt wohlwollend die Flasche Bier und eine Leberkässemmel in Empfang.
Dauer: 20 Minuten.
1980:
Bauarbeiter geht zu Polier; der zum Bauleiter. Dieser bespricht die Problematik mit dem Bauherrn bei einem Mittagessen, das der Bauherr bezahlt. Dafür verrechnet er dem Bauherrn nur eine Regiestunde sowie eine Schachtel Nägel.
Dauer 2 Stunden.
1990:
Bauleiter holt (nach dem Mittagessen) drei Offerte bei Subunternehmern ein. Vergibt den Auftrag an den Billigstbieter, schlägt 3% General- unternehmerzuschlag auf und legt dem Bauherrn eine Rechnung + 20% Mwst.
Dauer 2 Wochen.
2000:
Bauleiter informiert Firmenchef.
Dieser holt fünf Angebote bei Einmannge-
-sellschaften ein. Den Zuschlag bekommt der Billigste, verrechnet wird der Teuerste plus 7% Generalunternehmerzuschlag.
Dauer 2 Monate.
2018:
Gleiche Prozedur wie 2000, jedoch zusätzlich:
Behördenbescheid, in dem ein statischer Nachweis verlangt wird sowie die Zustim-
-mung des Architekturbeirates.
Parallel dazu läuft eine Umweltverträglich-
-keitsprüfung an.
Der Arbeitsvorgang wird in den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan der Baustelle eingearbeitet.
Sicherheitsfachkräfte werden tätig. Der Hammer wird CE- zertifiziert, der Nagel aus einer Liste EU- zugelassener Befestigungsmittel ausgewählt.
Der Arbeiter wird akademisch unterwiesen, wie der Nagel einzubringen ist.
Er muss jedoch vorher noch zum Arbeits-
-mediziner, der seine geistige und
körperliche Eignung für die Tätigkeit “Nagel einschlagen” attestiert.
Wenn alles gut geht, die Umweltverträglich-
-keitsprüfung positiv ausgeht und die Bedenken des Architekturbeirates abgeschmettert werden können, darf der Nagel eingeschlagen werden. Ein Ziviltechniker beobachtet mit Argusaugen den ordnungsgemäßen Vorgang und siegelt das Abnahmeprotokoll. Nagelstatik und Abnahmeprotokoll fließen in die “Unterlage für spätere Arbeiten” ein. Der Generalunternehmerzuschlag wird auf 30% nachjustiert. Dauer 2 Jahre.
Das Datenblatt des Nagels, der Nachtrag des Planungsbüros werden dann mit den aktualisierten Revisionszeichnungen im Anlagebuch abgelegt...
2022 wie 2018, nur findet man keinen Handwerker mehr, weil die auf den ganzen Sch...keinen Bock mehr haben.....