Eines Tages wird auch er zum letzten Mal am Fenster warten. Und das Schlimmste daran ist: Man erkennt diesen letzten Moment nicht, wenn er passiert.
Elf Jahre lang machte ein Hund namens Toby jeden einzelnen Tag dasselbe. Er saß am Fenster, beobachtete alles und wartete geduldig darauf, dass sein Mensch Roman aus Chicago wieder nach Hause kam. Ob acht Stunden vergangen waren oder zehn, spielte für Toby keine Rolle. Er wusste einfach, dass dieser Moment kommen würde. Und sobald es so weit war, lief er voller Aufregung zur Tür, winselte, zitterte vor Freude und wollte am liebsten direkt in seine Arme springen. So, als wären nicht nur ein paar Stunden vergangen, sondern eine halbe Ewigkeit.
Dabei begann ihre Geschichte ganz anders. Am Anfang war zwischen ihnen längst nicht alles leicht. Roman selbst sagte, dass es Monate dauerte, bis überhaupt eine echte Verbindung entstand. Es gab Stress, Missverständnisse und viele Momente, in denen es nicht einfach war. Erst als ihm jemand riet, Toby wie einen kleinen Menschen zu behandeln, änderte sich alles. Von da an wuchs zwischen ihnen eine Nähe, die immer stärker wurde.
Mit der Zeit wurden die beiden unzertrennlich. So sehr sogar, dass Roman, als das Leben ihn irgendwann vor eine schwierige Entscheidung stellte, nicht den einfachen Weg wählte. Er entschied sich für Toby. Gegen Bequemlichkeit, gegen Komfort und gegen alles, was leichter gewesen wäre. Genau das ist es, was Hunde mit Menschen machen: Sie bleiben. Und irgendwann lernt man, genauso für sie da zu sein, wie sie es immer für uns waren.
Toby wurde 16 Jahre alt. Er überstand Krebs, Herzprobleme, mehrere Operationen und vieles, womit kaum noch jemand gerechnet hätte. Selbst Tierärzte waren überrascht, dass er immer wieder weiterkämpfte. Doch das Schwerste kam nicht während der Krankheit. Das Schwerste kam danach.
Es ist die Stille, die bleibt. Das leere Fenster. Die ruhige Tür. Dieser eine Moment, wenn man nach Hause kommt und niemand mehr da ist, der aufspringt, sich freut und nur auf einen selbst gewartet hat.
Denn genau darin liegt die wahre Traurigkeit und zugleich die größte Liebe von Hunden: Sie warten nicht einfach nur darauf, dass wir nach Hause kommen. Sie verbringen ihr ganzes Leben damit, auf uns zu warten.
Wohlan, werter Wandersmann! Welch prunkvolle Vergnügungsmöglichkeit Sie an diesem regnerischen Tage feilbieten! Mein bescheidener Name sei Timo, und mein Interesse an Ihrem Angebot ist von nicht zu von der Hand zu weisender Größe. Sprechen Sie, Freund, wären Sie bereit, diese beiden Spiele für den japanischen Flimmerkasten um die bescheidene Summe von 55 Talern abzutreten? Sodann käme ich gleich im Morgengrauen des morgigen Tages zu stählernem Ross dahergeritten, um die Kostbarkeiten feierlich in Empfang zu nehmen. In Erwartung Ihrer baldigen Nachricht. Auf bald!
-
Wohlan, werter Herr Timo!
Ich bedanke mich für Ihr Interesse bezüglich meiner Ware aus dem reiche Japans. Mein Name ist Sandro. Als Händler habe ich mir die Aufgabe gemacht, meine Ware stets pfleglich zu behandeln. Ich wäre deswegen bereit, Ihnen die Spiele für besagte Flimmerkiste für 60 Taler abzutreten. Ihr Ross können Sie gerne für den morgigen Tag satteln. Ich erwarte Sie dann zu den morgigen Stunden.
Gehabt Euch wohl, werter Herr Timo.
-
Sie sind ein überzeugender Mann, Herr Sandro. So sei es denn! So teilen Sie mir doch die Destination meiner morgigen Reise mit, auf dass ich um den Schlag der elften Stunde Ihr Anwesen besuchen möge, sofern es Ihnen recht und billig wäre.