Joerg Kuebelsbeck ist im Oktober 2021 nach einem Abend im Festzelt auf dem Heimweg vom Oktoberfest, als er kurz vor dem U-Bahnhof Schwanthalerhöhe eine Frau am Boden liegen sieht. Nun ist ein solcher Anblick im Umfeld der Wiesn, die Kritiker gerne als "größtes Besäufnis der Welt" bezeichnen, kein seltener Anblick. Und das ist wohl auch der Grund, weshalb die vorbeiströmenden Menschen die darniederliegende Frau ignorieren nicht ahnend, dass sie gerade um ihr Leben ringt.
Nicht so jedoch Joerg Kuebelsbeck. "Ich bin zu ihr hingegangen und habe gehört, wie sie geröchelt hat", erzählt der heute 48-Jährige. "Da war mir klar, dass sie nicht betrunken ist, sondern etwas Ernstes hat." Kuebelsbeck reagiert daraufhin sofort: Er bringt die Frau in Seitenlage, überstreckt ihren Kopf und entdeckt dabei, "dass ihre Zunge nach innen geschlagen war".
Im Jahr 1987 kehrte der 74-jährige Rikschafahrer Bai Fangli in seine Heimatstadt zurück, um sich von seinem schweren Beruf zurückzuziehen. Dort sah er Kinder auf den Feldern arbeiten, weil sie zu arm waren, um sich die Schulgebühren leisten zu können.
Bai kehrte nach Tianjin zurück und nahm seine Arbeit als Rikschafahrer wieder auf, wobei er eine bescheidene Unterkunft in der Nähe des Bahnhofs sicherte. Er stand den Kunden rund um die Uhr zur Verfügung, konsumierte einfache Mahlzeiten und trug abgetragene, gebrauchte Kleidung, die er gefunden hatte. Jeden Cent, den er durch harte Arbeit verdiente, investierte er in die Unterstützung von bedürftigen Kindern, damit diese eine Bildung erhalten konnten.
Im Jahr 2001 fuhr er seine Rikscha zur Tianjin YaoHua Mittelschule, um seine letzte Geldspende zu überreichen. Fast 90 Jahre alt, sagte er den Schülern, dass er nicht mehr arbeiten könne. Alle Schüler und Lehrer waren zu Tränen gerührt.
Insgesamt spendete Bai 350.000 Yuan, um mehr als 300 armen Schülern zu helfen, ihre Ausbildung fortzusetzen. Im Jahr 2005 verstarb Bai und hinterließ ein inspirierendes Vermächtnis.