Auf einem Gefängnisgelände waren sechs Häftlinge damit beschäftigt, Gras zu schneiden, als ihr Aufseher plötzlich vor ihnen zu Boden ging. Keine Reaktion, kein Puls, kein Atem – es war klar, dass es um Sekunden ging.
Sie hätten einfach davonlaufen können. Die Dienstwaffe lag in Reichweite, der Schlüssel zum Truck auch, weit und breit kein weiterer Beamter zu sehen.
Doch keiner von ihnen machte einen Schritt in diese Richtung. Sie warfen die Arbeitsgeräte weg und rannten zu dem Mann. Einer riss ihm die Weste auf, ein anderer begann sofort mit der Herzdruckmassage, ein dritter wählte den Notruf. Sie blieben bei ihm, sprachen auf ihn ein, hielten durch, bis der Rettungswagen eintraf.
Keiner griff nach der Waffe, keiner versuchte zu fliehen. Später sagte einer der Häftlinge:
„Wir haben keinen Wärter und keine Gefangenen gesehen. Wir haben einen Menschen gesehen, der im Sterben lag. Und da hilft man.“
Sie retteten ihm das Leben – nicht für eine Belohnung, nicht aus Berechnung, sondern weil es in diesem Moment einfach das Richtige war.
„Es will ja keiner mehr arbeiten."
Ne ihr dummen Bastarde, es will einfach nur keiner mehr einstellen. Nach der elften Absage innerhalb von nichtmal zwei Monaten habe ich halt einfach absolut kein Interesse daran, euch noch mal in den Arsch zu kriechen für 13,80€ die Stunde. Überall hört man, dass es ja an Arbeitskräften mangelt und, dass man ja total einfach auch einen Job in der Gastro bekommen könnte. Ne, nix da, die wollen einfach nur den nächsten Lohnsklaven, der jeden Tag der Woche um fünf Uhr morgens aufsteht um den gottverdammten Rentner, die unbedingt ihr 6:30 Uhr Frühstück im Restaurant brauchen, ihre dreckigen Croissants mit Kaffee anzureichen. Gleichzeitig nur herablassende Kommentare und nen Gehalt, mit dem man sich vielleicht mit ganz viel Fantasie den monatlichen Döner leisten kann.