LIEBE KUNDEN, ein paar Klarstellungen, weil jeden Tag die gleichen Fragen:
'WAS IST FRISCH?'
Alles. Das ist eine Metzgerei. Wir verkaufen nichts Altes. Wenn es alt wäre, wäre es im Mülleimer. Nicht in der Auslage.
'IST DAS BIO?'
Was dransteht ist bio. Was nicht dransteht ist nicht bio. Das ist keine Falle. Das ist ein Schild.
'KÖNNEN SIE MIR 250 GRAMM SCHINKEN SCHNEIDEN, ABER NICHT ZU DICK, NICHT ZU DÜNN, UND AUCH NICHT SO ZU DIESEM ENDSTÜCK HIN?"
Ja. Aber Sie müssen akzeptieren dass 'nicht zu dick, nicht zu dünn' mein Ermessen ist. Ich mache das seit 34 Jahren. Mein Ermessen ist präzise. Wenn Sie wollen, dass Sie alle Scheiben nachmessen: Zuhause.
'KÖNNEN SIE MIR DAS HACKFLEISCH FRISCH DURCHDREHEN?'
Ja. Kostet 2 Minuten. In 2 Minuten beschweren sich die 3 Personen hinter Ihnen. Das ist Ihr Problem, nicht meins.
'ICH NEHME DIE ZWEI BRATWÜRSTE, DIE GANZ VORNE':
Die vordersten sind gleich wie die hinteren. Wirklich. Sie liegen seit 20 Minuten in der gleichen Theke. Die sind Zwillinge.
'HABEN SIE AUCH VEGANE WURST?'
Nein. Das ist eine Metzgerei. Wir haben Fleisch. Wir sind stolz drauf. Vegane Wurst gibt's beim Rewe. Ist auch okay. Aber nicht hier.
'GEBEN SIE MIR AUCH EINE WIENER-SCHEIBE FÜR MEINEN HUND?'
Ja. Das haben wir schon immer gemacht. Das machen wir auch weiter. Aber nur wenn der Hund auch mit ist. Nicht als 'für zuhause.' Das ist Regel.
Danke für Ihre Treue!
Fleischerei Obermeier seit 1953
Françoise Gilot gilt als die eine Frau, die Picasso wirklich verlassen hat – und genau darin liegt ihre besondere Geschichte.
Als sie Pablo Picasso 1943 kennenlernte, war sie eine junge, talentierte Malerin mit eigenem Stil. Er dagegen war längst ein Mythos. Zehn Jahre waren sie zusammen, bekamen zwei Kinder, Claude und Paloma. Doch je länger diese Beziehung dauerte, desto klarer wurde für Gilot: Sie wollte nicht in einem Leben verschwinden, das sich nur um ihn dreht.
1953 ging sie.
Und sie ging nicht heimlich, nicht als Opfer, nicht als jemand, der „gerettet“ werden musste. Sondern als Frau, die sich selbst ernst nahm. Später brachte sie es auf den Punkt: Sie sei nicht Gefangene gewesen – sie sei geblieben, weil sie wollte, und gegangen, weil sie es wollte.
Picasso reagierte, wie es zu seinem Machtanspruch passte: kalt, verletzend, herablassend. Sinngemäß soll er ihr gesagt haben, niemand werde sich für sie interessieren – höchstens aus Neugier, weil ihr Leben von seinem berührt worden sei.
Doch genau das widerlegte sie.
Er versuchte sogar, ihren Weg in der Kunstwelt zu blockieren, Galerien unter Druck zu setzen, sie unsichtbar zu machen. Aber Gilot ließ sich nicht ausradieren. Sie arbeitete weiter, stellte aus, blieb Künstlerin – nicht „die Frau von“.
1964 veröffentlichte sie zudem ein Buch über die gemeinsame Zeit, offen und direkt, ohne sich selbst klein zu schreiben. Später heiratete sie den Forscher Jonas Salk und führte ihr eigenes Leben – beruflich und privat – ohne Picasso als Mittelpunkt.
Am Ende ist ihre Botschaft schlicht: Freiheit entsteht nicht dadurch, dass man in der Nähe eines Genies lebt. Freiheit entsteht dadurch, dass man den Mut hat, die eigene Geschichte selbst zu bestimmen. Gilot hat genau das getan – und damit gezeigt, dass Weggehen manchmal die stärkste Form von Selbstachtung ist.