Er hat sie ihr ganzes Leben lang begleitet – bei ihren ersten Schritten, bei jedem Sturz, bei jedem Lächeln.
Für ihn wird sie immer sein kleines Mädchen bleiben, auch wenn heute ein anderer Mann ihre Hand hält.
Der Tag ihres Abschieds beginnt mit einem Knoten im Hals.
Zwischen Stolz und Unsicherheit steht er da, versucht, stark zu wirken, obwohl ihm das Herz schwer ist.
Denn heute lässt er sie los – ein Stück weit.
Nicht weil er muss, sondern weil er sie liebt.
Er weiß: Sie beginnt ein neues Kapitel.
Und obwohl ihm der Gedanke weh tut, dass sie nicht mehr jeden Abend nach Hause kommt, lächelt er.
Weil er in ihren Augen das gleiche Strahlen sieht wie früher – nur reifer, voller Hoffnung.
Und als er sie zum Altar führt, spürt er es:
Er verliert sie nicht.
Er gewinnt einen neuen Platz in ihrem Leben – als Vater, der mit Liebe loslässt.
Der Student verbringt seine
Nachmittage vorwiegend damit,
im Keller chemische Substanzen zu mischen. Eines Tages kommt der Vater hinunter, als der Sohn gerade etwas in die Wand schlägt.
"Stefan, klopf doch bitte
keine Nägel in die Wand."
"Das ist kein Nagel, Dad. Das ist ein Wurm. Ich habe eine Salbe entwickelt, die alle Dinge hart wie Stein macht."
"Weißt du was, Sohn", meint der Vater mit plötzlichem Interesse, "gib mir die Salbe, und ich kauf dir ein Auto."
Als Stefan am nächsten Tag von der Uni kommt, stehen zwei nagelneue Autos in der Einfahrt.
"Dad, wozu die Autos?", fragt er. "Oh, die sind beide für dich, mein Sohn. Der Golf ist von mir - und der Mercedes von deiner Mutter."