Auf einem Gefängnisgelände waren sechs Häftlinge damit beschäftigt, Gras zu schneiden, als ihr Aufseher plötzlich vor ihnen zu Boden ging. Keine Reaktion, kein Puls, kein Atem – es war klar, dass es um Sekunden ging.
Sie hätten einfach davonlaufen können. Die Dienstwaffe lag in Reichweite, der Schlüssel zum Truck auch, weit und breit kein weiterer Beamter zu sehen.
Doch keiner von ihnen machte einen Schritt in diese Richtung. Sie warfen die Arbeitsgeräte weg und rannten zu dem Mann. Einer riss ihm die Weste auf, ein anderer begann sofort mit der Herzdruckmassage, ein dritter wählte den Notruf. Sie blieben bei ihm, sprachen auf ihn ein, hielten durch, bis der Rettungswagen eintraf.
Keiner griff nach der Waffe, keiner versuchte zu fliehen. Später sagte einer der Häftlinge:
„Wir haben keinen Wärter und keine Gefangenen gesehen. Wir haben einen Menschen gesehen, der im Sterben lag. Und da hilft man.“
Sie retteten ihm das Leben – nicht für eine Belohnung, nicht aus Berechnung, sondern weil es in diesem Moment einfach das Richtige war.
Ich tue das, was ich tue, weil ich so bin, und wenn jemand das ausnutzt, ist das seine Sache.
Seine schlechten Entscheidungen diktieren nicht und ändern nicht, was meine Moral als richtig erachtet.
Ich hasse es, dass, wenn eine Diskussion ums Helfen von Menschen geht, immer jemand auftaucht, der die feindseligste und verächtlichste Haltung gegenüber anderen einnimmt.
Wenn ich den Bedürftigen helfe und dabei zufällig auch faulen Menschen helfe, was soll’s? Worin ist das schlechter, als niemandem zu helfen?