Beim Einsteigen ins Flugzeug bitte ich eine Stewardess um den Gefallen, mir kurz nach dem Steigflug ein Glas Wasser, für die dringende Einnahme einer Tablette, zu servieren.
Dann gehe ich zu meinem Platz,
schnalle mich an und warte bis das Flugzeug abhebt.
Kaum in der Luft, fasse ich an die Lufteinlassdüse über meinen Kopf, drehe mehrmals daran und sage laut und deutlich vernehmbar in selbige: "Bitte ein Glas Wasser!'
Herrlich, das darauf folgende
Gekichere und Getuschel der anderen Passagiere und vor allem deren
Gesichtsausdrücke von belustigt bis herablassend.
Wenn mir dann, kurz nach Erlöschen des Anschnallzeichens, die Stewar-
-dess ein Glas Wasser mit freundlich-
-em Lächeln überreicht, ich die
erstaunten Gesichter und offenen Münder der Passagiere sehe und merke, dass bereits einige begonnen haben ihre Bestellung ebenfalls via Lufteinlassdüse zu tätigen, kann ich mir das Lachen nicht mehr verkneifen.
Im Baumarkt:
Ich: "Hallo, ich habe gestern diese Stichsäge bei Ihnen gekauft, nach 45 Minuten war dann aber schon
Feierabend. Das Sägeblatt bewegt sich nicht mehr, die Maschine rattert und fing dann an zu qualmen..."
Info-Tante: "Warum kaufen Sie auch so ein Billig-Teil?"
Ich: "Es tut mir leid, dass ich bei Ihnen
etwas gekauft habe, dass nur 32,95
Euro gekostet hat und ich so naiv war zu glauben, dass ich wenigstens ein paar Stunden mit der Säge hätte arbeiten können um sie dann minde-
-stens für die nächsten 2 Jahre
ungenutzt in den Schrank zu legen..."
Info-Tante: "Oh, ein ganz ein Lustiger,
was?"
Ich: "Ein kleines Lächeln dann und
wann stünde Ihnen auch gut zu
Gesicht. Käme bestimmt auch bei
vielen Kunden gut an..."
Info-Tante: "Wann ich lache, müssen
Sie schon mir überlassen. Was haben
Sie mit der Säge denn gemacht?"
Ich: "Gesägt?"
Info-Tante: "Ach nein, wirklich? Ich
meine, was haben Sie denn damit
gesägt?"
Ich: "Holz."
Info-Tante: "Was für Holz?"
Ich: "So ganz normale Leisten, die man
so an die Wand oder an die Decke
anbringt damit es schöner aussieht..."
Info-Tante: "Und aus welchem Holz
sind die Leisten?"
Ich: "Ja so von Holz aus Bäumen?"
Info-Tante: "Welche HOLZART?!"
Ich: "Ich denke mal Kiefer oder Fichte,
spielt das denn eine Rolle?"
Info-Tante: "Na ja, hätte ja sein
können, dass Sie mit der Säge
versucht haben, extrem hartes
Holz zu sägen!"
Ich: "Selbst wenn: Stand nicht in
der Beschreibung, dass ich mit
Ihrer 700 Watt starken Stichsäge
mit einer max. Schnitttiefe von bis
zu 6cm keine 0,5cm dicken Leisten
sägen darf, selbst wenn diese aus
dem Holze des Eisenbaumes
gefertigt worden wären!
Info-Tante: "Eisenbaum? Was für ein Quatsch!"
Ich: "Nein, gibt es wirklich, Googlen
Sie mal danach wenn Sie
Feierabend haben!"
Info-Tante: "Was für ein Sägeblatt
haben Sie denn benutzt?"
Ich: "Eins für Holz?"
Info-Tante: "Ja, aber war das denn bei der Maschine bei?"
Ich: "Nein, da war nur eines für Eisen
dabei. Aber das war bestimmt ein
Versehen, weil wenn hartes Holz
schon nicht klappt, kann Eisen nur
ein Versehen sein...!"
Info-Tante: "Also haben Sie mit einem
Sägeblatt für Eisen versucht Holz zu sägen??"
Ich: "Nein, sagte ich das? Ich sagte
doch schon: Mit einem für Holz"
Info-Tante: "Meine Güte, Sie sind aber auch anstrengend...!"
Ich: "Ist eine alte Angewohnheit, ich
neige dazu mich schnell meiner
Umgebung und den Umständen
anzupassen..."
Info-Tante: "Also haben Sie ein
Sägeblatt benutzt das nicht der
Maschine beilag?"
Ich: "Richtig, weil da war ja nur eines
für Eisen dabei. Aber die Leisten,
die ich versuchte mit der 700-Watt
Qualitätssäge - so steht es wenigs-
-tens auf dem Karton - zu schneiden sind ja nicht aus Eisen. Vielleicht kann die Säge ja auch nur Eisen aber kein Holz?"
Info-Tante: "Ja, aber wenn Sie falsche
Sägeblätter benutzen, dann ist das
natürlich nicht mein Problem!"
Ich: "Aber bei einer Stichsäge kann
man doch die Sägeblätter wechseln, für verschiedene Zwecke oder wenn mal eines stumpf ist. Und ich habe dann extra ein sehr hochwertiges Blatt genommen, da kosten 5 Stück so viel wie die Säge gekostet hat!"
Info-Tante: "Warum kaufen Sie so eine Billigsäge nur um dann teure Sägeblätter zu benutzen?"
Ich: "Weil es mehr Sinn macht, die Sägeblätter zu wechseln anstatt jedes Mal eine neue Maschine zu kaufen, wenn ich sie mal alle 2 Jahre brauche. Übrigens: Sie merken aber schon, dass Sie die ganze Zeit von einer Säge reden, die ich in Ihrem Markt gekauft habe?"
Info-Tante: "Das ist nicht mein Markt,
ich arbeite nur hier!"
Ich: "Hey, der war fast gut. Fragt sich
nur, wie lange noch!"
Info-Tante: "Also wenn Sie da
irgendwelche Blätter in die Säge
schrauben, kann ich das Ding nicht
zurück nehmen. Wo haben Sie denn
die Blätter her?"
Ich: "Von Ihrem Arbeitgeber."
Info-Tante: "Und die Blätter sind auch
für die Maschine geeignet?"
Ich: "Wenn ich dem Hersteller und dem was er schreibt glauben
schenken darf: Dann ja!"
Info-Tante: "Also gut, dann nehme ich die Maschine zurück und Sie
suchen sich eine andere aus!"
Ich: "Nun ja, aber wenn die auch
wieder nach 45 Minuten kaputt geht
wenn ich ein paar Holzleisten mit 700 Watt sägen möchte? Wissen Sie, bis zu Ihnen sind es auch jedes Mal 15km hin und wieder zurück...!"
Info-Tante: "Ja, dann nehmen Sie doch eine die richtig gut ist!"
Ich: "Also ist die, die ich gekauft habe
nicht gut? Warum legen Sie sich denn
eine nicht gute Säge ins Sortiment?"
Info-Tante: "Das müssen wir, eben als Lockangebot!"
Ich: "Ach, für solche Idioten wie mich,
die für 2 mal Sägen in 4 Jahren denken,
dass eine Säge für 32,95 Euro reichen
muss. Was sie aber nicht tut. Und dann kommen diese Idioten entnervt in den Markt in dem Sie arbeiten um mit vor Scham geneigtem Haupt eine Säge zu verlangen die das 5-fache kostet?"
Info-Tante: "Das haben Sie gesagt!"
Ich: "Stimmt. Also passen Sie auf, wir diskutieren hier schon seit fast 10 Minuten... und... (Tante Info
unterbricht mich):
"...sie hätten ja gleich eine teure Säge
kaufen können, hätte ihnen das alles
erspart!"
Ich: "So, Feierabend, Ich hätte gerne
den Geschäftsführer gesprochen!"
Geschäftsführer kommt, ich kläre ihn sachlich auf, erwähne den etwas ungehobelten Umgang seiner
Mitarbeiterin. Er zahlt mir den
Kaufpreis aus, entschuldigt sich und sagt, dass die Mitarbeiterin seine Frau sei und momentan etwas unter Stress stehen würde wegen der
Inventur:
Ich: "Warum heiraten Sie auch so ein Billigteil!"
Hab` jetzt Hausverbot und keine
Säge.....
Ein Tag im Freibad..
Ich packe so gegen 11 Uhr an einem freien Mittwoch mein Handtuch, ein Buch, eine Flasche ALDI-Mineral-
-wasser und eine Flasche Sonnen-
-creme ein und setze mich ins Auto. Natürlich müsste ich nicht mit dem Auto fahren. Ich könnte ja auch mit dem Rad fahren. Aber Rad fahren ist genauso zum Kotzen wie Staßen-
-bahn fahren und zu Fuß geht nun wirklich nicht! Also, ich fahre zum Schwimmbad.
Je näher ich dem Schwimmbad
komme, um so größer wird die Zahl der Radfahrer, die mit sonnigem
Gemüt kreuz und quer nebeneinander und sowieso überall auf der Straße herumschlingern, die Sonnenbrille auf der Nase und tonnenweise Krem-
-pel im Körbchen, wie zum Beispiel Luftmatratzen, Kühlboxen, Sonnen-
-schirme oder ihren Nachwuchs. Man könnte glauben, manche wären aus ihren Häusern vertrieben auf dem Weg in die Fremde, aber nein, sie wollen tatsächlich nur einen Tag ins Schwimmbad.
In tiefem Vertrauen auf den lieben Gott und meine Geduld rauschen sie also unkoordiniert vor meinem Auto herum, aber ich lasse mich nicht entmutigen und suche einen
Parkplatz. Schatten wäre toll.
Am besten nicht zu weit weg.
Ich suche ungefähr eine halbe Stunde und stelle mich dann siebeneinhalb Kilometer vom Eingang entfernt gegen die Fahrtrichtung im absoluten
Halteverbot auf einen sonnendurch-
-fluteten Radweg, den die oben
erwähnten Bekloppten komischer-
-weise eisern ignorieren.
Vor der Kasse steht eine riesige
Menschenmenge. Darunter auch fünf ältere Herren im Team Telekom-Outfits, die lauthals verkünden dass sie nach 20 Kilometern Rad fahren jetzt noch 25 Bahnen schwimmen werden.
Interessante Triathlon-Variante: mit dem Fahrrad ins Schwimmbad, mit dem Krankenwagen wieder zurück. Drei Teenies zwängen sich durch die Reihe nach vorn. Auf meinen
freundlichen Hinweis, sie sollten sich doch bitte hinten anstellen, antwortet einer mit einem ebenso freundlichen:
"Halt doch die Fresse, Schwuchtel!".
Aber ich freu mich einfach nur weiter auf das kühle Nass und passe neben-
-bei auf, dass mir im Gedränge keiner den Geldbeutel klaut. An der Kasse mache ich meinen Anspruch auf
Ermäßigung geltend. Die freundliche Dame bittet mich herein, lässt sich Studentenausweis, Personalausweis, Führerschein, EC-Karte, Organspen-
-der-Karte, Impfpass und Geburtsur
kunde vorlegen und unterzieht mich einem Lügendetektor-Test. Nachdem das BKA meine Fingerabdrücke über-
-prüft hat gewährt man mir tatsächlich ermäßigten Einlass in den Badespaß-
-Park! Ich suche mir ein nettes Plätz-
-chen auf der Wiese, lege mein
original rotes Schwuchteltuch auf ein Ameisenloch und eine alte Portion Pommes und freu mich auf den
schönen Tag. Die Vöglein singen, die Kinder schreien und die Kids nebenan erfreuen das ganze
Schwimmbad mit dem lieblichen
Geschrei von Rammstein, welches aus ihrem Ghettoblaster dröhnt. Dann erfreue ich die Bienen und Wespen indem ich mich von Kopf bis Fuß mit einer pampigen stinkigen Sonnen-
-creme einschmiere. Sofort summen sie lustig um mich herum. Ach, das Leben ist schön! Nachdem ich mich eine halbe Stunde in der Sonne
geräkelt habe, bekomme ich langsam Durst und greife zu meinem Wasser. Als ich gerade trinken möchte donnert mir ein Fußball lustig hinten auf die Birne, was dazu führt, dass ich mir am Flaschenhals ein noch lustigeres kleines Stück vom Schneidezahn abschlage. Ich drehe mich um und da steht, so ein Zufall!
Das sympathische kleine Arschkind vom Eingang! Entschuldigend sagt der kleine zu mir: "Geb mein Ball her, du Missgeburt!" Da kann ich natürlich nicht nein sagen und werf ihm den Ball zu. Im Schwimmbad ist es echt toll! Doch ein Schluck Wasser konnte mich nicht wirklich erfrischen. Zeit für einen Sprung ins kühle Nass! Nachdem ich einen netten Mann neben mir darum gebeten habe, doch ein Auge auf meine Sachen zu haben, während ich schwimme, schlendere ich zum Becken. Hier ist es toll! Viele kleine Kinder rennen herum. Eins rennt mir mit dem Kopf in die Eier und fängt an zu heulen. Die Mutter schreit mich ein wenig an, was mir einfiele, so einfach am Becken vorbeizugehen wenn ihr Kind da herumtobt. Ja, das tut mir natürlich Leid, hätt ich auch wirklich besser aufpassen müssen. Endlich bin ich im Wasser. Das ist echt schön! Das Sonnenöl von tausenden Leuten
schillert auf der Wasseroberfläche, durch die Chlor-verätzten Augen
scheint die Welt in einen lieblichen Schleier gehüllt. Ich tauche unter und genieße gerade den Wechsel zwischen kaltem Wasser und warmem Pipi als mir ein nettes kleines Kind vom 3-Meter-Brett auf den Rücken springt. Als ich japsend auftauche, um mich zu entschuldigen, sehe ich, dass es ja genau das gleiche Kind wie eben war! Hach wie nett!
Hoffentlich hat es sich nicht weh getan! Es hört auch tatsächlich gleich auf zu weinen, nachdem ich ihm meine Uhr geschenkt habe. So ein liebes Kind! Raus aus dem Wasser, zurück zum Platz. Als ich dort ankomme, ist der nette Nachbar, der ein wenig auf meine Sachen aufgepasst hat, nicht mehr da. Mein Geldbeutel auch nicht. Dafür aber sein Hund, der
gerade mein Schnitzelbrötchen frisst um danach in meinen Turnschuh zu scheißen. Netter Hund! Eigentlich bin ich sehr ausgeglichen, aber jetzt ist es doch langsam genug. Ich packe meine Sachen zusammen und den blöden Hund in die Kühlbox seines freundlichen Herrchens. Selbige lasse ich feierlich im Wellenbecken zu
Wasser und schaue mir belustigt den wilden Ritt an, während ich ein paar Takte "Surfin USA" pfeife. Mit dem Handy des Herrchens rufe ich eine 0190-Nummer an und werfe es dann aufs Dach der Umkleidekabinen. Jetzt hab ich micht schon beinahe beruhigt. Ich schlendere zu meinem Fußball-Freund, nehme ihm den Ball ab und schieße ihn mit einem beein-
-druckenden Vollspann aus einem Meter Entfernung direkt in sein nettes Gesicht. Nachdem er blutüberströmt nach hinten umgefallen ist, nehme ich die Gelegenheit wahr, in seinem Rucksack noch ein kleines Feuerchen zu legen und mache mich auf den Weg zum Ausgang.
Als ich am Beckenrand vorbeikomme sehe ich meinen Kumpel vom 3-Meter-
-Brett. Da der Bademeister gerade dabei ist, einen Telekom-Opa aus dem Becken zu fischen nutze ich den Moment, schnapp mir die Bade-
-hose des netten kleinen Schweine-
-priesters und hänge sie nicht weit entfernt an einen hohen Ast.
Als ich am Ausgang ankomme schau ich mich ein letztes Mal um:
Der Fußball-Penner hüpft plärrend um seinen brennenden Rucksack herum (das Feuer hat inzwischen auf benachbarte Bastmatten über-
-gegriffen), die kleine Nervensäge hüpft nackt unter dem Badehosen-
-Baum herum (Umzingelt von kreis-
-chenden Mädchen) und der nette Nachbar sucht seinen Hund. Die fest verschlossene Kühlbox zieht immer-
-noch ihre Bahnen im Wellenbecken und das Handy funkelt mir lustig vom Umkleidendach zu. Die Rechnung muss inzwischen bei etwa 98 Euro liegen. Als ich zum Auto zurückkomme hängt ein Strafzettel drann. Ich nehm ihn ab, lese ihn aufmerksam durch und esse ihn auf. Dann steig ich in mein brütend heißes Auto und denke:
Gar nicht schlecht, so ein Tag im Freibad.