Gehen drei Jäger in den Wald. Sie schließen eine Wette ab: Der es schafft, das größte Tier zu erlegen, gewinnt. Der erste Jäger zieht allein los und kommt nach einer Stunde mit einem prachtvollen Fuchs zurück. „Wo hast du den denn her?" - „Ganz einfach: Ich habe mich vor den Bau gehockt, ich habe gefaucht, dann hat es zurückgefaucht, dann habe ich geschossen - und schon hatte ich ihn." Da zieht der zweite Jäger los. Nach einer Stunde kommt er mit einem stattlichen Bären zurück. „Wie hast du den denn bekommen?" - „Ich habe mich vor die Höhle gestellt, ich habe gebrüllt, es hat zurückgebrüllt, ich habe geschossen, da hatte ich ihn." Der dritte Jäger zieht los- und kommt nicht zurück. Zwei Tage später finden die beiden anderen Jäger ihn im örtlichen Krankenhaus. „Was ist denn passiert?" Antwortet er: „Ich habe eine Höhle gefunden. Ich habe gepfiffen, es hat zurückgepfiffen, also habe ich geschossen - und dann kam der Zug."
Am 20. Mai 1999 stürzte die 29-jährige Medizinstudentin Ana Bogenholm in Nordnorwegen bei Narvik in einen eiskalten Bach und wurde unter einer geschlossenen Eisdecke mitgerissen. Unter dem Eis fand sie eine kleine Luftblase, in der sie etwa 40 Minuten lang irgendwie weiteratmen konnte, bevor ihr Körper der Kälte nachgab und ihr Herz stehen blieb.
Erst nach insgesamt rund 80 Minuten konnten Retter sie bergen – ohne Puls, ohne Atmung, klinisch tot, bei einer Körpertemperatur von nur 13,7 °C. In Tromsø entschied ein Ärzteteam trotzdem weiterzukämpfen, nach dem Grundsatz: Niemand gilt als tot, bevor er nicht aufgewärmt ist und dann noch immer tot ist. Über eine Herz-Lungen-Maschine wurde ihr Blut außerhalb des Körpers erwärmt und mit Sauerstoff versorgt, dann langsam zurückgeführt.
Nach stundenlangem Wiederaufwärmen begann ihr Herz bei etwa 30 °C wieder zu schlagen – nach fast neun Stunden. Sie überlebte ohne schwere Hirnschäden, hatte "nur" Nervenschäden an Händen und Füßen, erholte sich, beendete ihr Studium und arbeitete später sogar als Radiologin in genau dem Krankenhaus, das ihr Leben gerettet hatte. Ihr Fall veränderte die Notfallmedizin: Extreme Unterkühlung kann Zeit schenken – und manchmal ist es eben nicht das Ende, sondern der Anfang.