An einem Freitagabend wurde ein Fuchs ins Tierheim gebracht – die Pfote gebrochen, doch in den Augen noch immer ein ungezähmtes Feuer.
Ein paar Meter weiter kauerte ein Dachs in der Ecke, den Kopf zur Wand gedreht, das Futter unberührt.
Dann trafen sich ihre Blicke. Der Fuchs schaute hinüber. Der Dachs schaute zurück.
Die Pfleger stellten ihre Kisten nebeneinander. Zum ersten Mal begann der Dachs, sich zu öffnen. Bald spielten sie, ruhten eng aneinander – wie alte Gefährten.
Am Tag der Freilassung schwang das Tor auf. Doch statt auseinander zu stieben, liefen sie Seite an Seite hinaus – ins Gras, in die Nacht.
Fünf Jahre später, um 2:11 Uhr, blitzte eine Wildkamera auf. Und da waren sie wieder: Fuchs und Dachs, Schulter an Schulter, unterwegs wie zwei unzertrennliche Freunde.