1889 stirbt Anna Bissells Mann plötzlich an einer Lungenentzündung. Zurück bleibt sie mit fünf Kindern – und einer angeschlagenen kleinen Fabrik für Teppichkehrer, die kurz vor dem Bankrott steht. Die Banken sagen: "Verkaufen." Die Verwandten sagen: "Verkaufen." Eine Frau an der Spitze eines Unternehmens? Undenkbar.
Anna entscheidet sich anders: Sie übernimmt die Firma – nicht als Übergangslösung, sondern als Chefin. Sie sichert Patente, baut eine starke Marke auf, erobert mit Bissell-Teppichkehrern Europa und Amerika. Sogar im Buckingham Palace wird wöchentlich "gebissellt", weil Königin Victoria darauf besteht.
Gleichzeitig führt Anna Dinge ein, von denen Arbeiter damals nur träumen konnten: eine der ersten Betriebsrenten, Lohnfortzahlung bei Verletzungen, Urlaubstage. In der Wirtschaftskrise entlässt sie niemanden, sondern verteilt die Arbeit neu. Ihre Leute bleiben ihr ein Leben lang treu – kein einziger Streik in der Firmengeschichte.
Aus einer beinahe gescheiterten Fabrik macht Anna Bissell ein Weltunternehmen – als alle ihr sagten, sie solle leise verschwinden. Sie hat nicht nur Glasdecken zerbrochen, sie hat sie gründlich weggefegt.
„Es will ja keiner mehr arbeiten."
Ne ihr dummen Bastarde, es will einfach nur keiner mehr einstellen. Nach der elften Absage innerhalb von nichtmal zwei Monaten habe ich halt einfach absolut kein Interesse daran, euch noch mal in den Arsch zu kriechen für 13,80€ die Stunde. Überall hört man, dass es ja an Arbeitskräften mangelt und, dass man ja total einfach auch einen Job in der Gastro bekommen könnte. Ne, nix da, die wollen einfach nur den nächsten Lohnsklaven, der jeden Tag der Woche um fünf Uhr morgens aufsteht um den gottverdammten Rentner, die unbedingt ihr 6:30 Uhr Frühstück im Restaurant brauchen, ihre dreckigen Croissants mit Kaffee anzureichen. Gleichzeitig nur herablassende Kommentare und nen Gehalt, mit dem man sich vielleicht mit ganz viel Fantasie den monatlichen Döner leisten kann.